Rückschau auf das zu Ende gegangene Schuljahr

Bilanz des Schuljahres 2014-15: Erstmals Berufsmatura

Montag, 13. Juli 2015 | 16:35 Uhr

Bozen – Die drei Schullandesräte hielten gemeinsam Rückschau auf das zu Ende gegangene Schuljahr. Die Matura an den Berufs- und Fachschulen als größtes Novum hat sich bewährt. Über 4.000 Mittelschüler und 3.000 Maturanten haben die Abschlussprüfung an den deutschsprachigen Schulen abgelegt.

Die Schullandesräte Philipp Achammer, Christian Tommasini und Florian Mussner sowie die drei Schulamtsleiter Peter Höllrigl, Nicoletta Minnei und Roland Verra haben heute die Daten zum Schuljahr 2014-2015 vorgestellt. "Auch dieses Jahr ist es wieder gelungen, zahlreiche Jugendliche zu einer Qualifikation zu führen", freute sich Landesrat Philipp Achammer, "dies ist gerade in der heutigen Zeit aufgrund der konstant hohen Jugendarbeitslosigkeit besonders wichtig. Als besonders positiv ist zu bewerten, dass der Schulabbruch in Südtirol deutlich niedriger ist, als in anderen Regionen Italiens."  

Bei den Abschlussprüfungen der Mittelschulen mit deutscher Unterrichtssprache hat sich der Prozentsatz der Schüler, welche die Abschlussprüfung bestanden haben, im Vergleich zum Vorjahr abermals leicht erhöht und liegt nun bei 98,61 Prozent (98,46 Prozent im Schuljahr 2013/2014 und 98,35 Prozent im Schuljahr 2012/2013). Nicht zur Prüfung zugelassen wurden 1,39 Prozent, was praktisch dem Prozentsatz des Vorjahres entspricht (1,40 Prozent im Schuljahr 2013/2014 und 1,49 Prozent im Schuljahr 2012/2013). Insgesamt 4.113 Schüler haben die Abschlussprüfung bestanden.

Bei den Abschlussprüfungen der Oberschulen (Matura) mit deutscher Unterrichtssprache ist die Zahl der Kandidaten, die nicht zur Abschlussprüfung zugelassen wurden, auf 1,69 Prozent zurückgegangen (2,04 Prozent im Schuljahr 2013/2014 und 1,72 Prozent im Schuljahr 2012/2013). Insgesamt haben 2.733 Schüler (98,03 Prozent) die Prüfung bestanden.

Erstmals haben auch an den Südtiroler Berufs- und Fachschulen maturaführende Lehrgänge stattgefunden. Daran haben insgesamt 334 Schüler teilgenommen. Zur Prüfung nicht zugelassen wurden 15 Kandidaten (4,49 Prozent). Bestanden haben die Abschlussprüfung 317 Kandidaten (94,91 Prozent).

"Die Einführung der Berufsmatura ist ein Meilenstein in der Schulentwicklung", erklärte Landesrat Achammer, "dadurch eröffnen sich den Absolventinnen und Absolventen der Berufs- und Fachschulen neue Möglichkeiten und Chancen. In Zukunft soll es zudem möglich sein, diesen Lehrgang für Schülerinnen und Schüler, die bereits einen Abschluss der vierten Klasse besitzen, berufsbegleitend mit in Form eines zweijährigen Ausbildungskurses anzubieten." Im Zusammenhang mit den Berufs- und Fachschulen wies Landesrat Achammer außerdem auf den Lehrlingspakt hin, der zwischen dem Land, den Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften abgeschlossen wurde, um das Modell der dualen Ausbildung weiter zu stärken.

Landesrat Christian Tommasini hob besonders hervor, dass an den italienischen Schulen großer Wert auf den Sprachunterricht gelegt wird. Die Akzeptanz dafür sei auch in den Familien sehr groß, berichtete Landesrat Tommasini. "Die Schule muss einen konstanten Dialog mit der Arbeitswelt führen", betonte Landesrat Tommasini weiters, "die Förderung von Praktika in den Betreiben ist für die Ausbildung sehr wichtig. Auch außerschulische Lernorte leisten einen wichtigen Bildungsbeitrag."

Wie Landesrat Florian Mussner berichtete, haben die ladinischen Schulen wieder hervorragende Ergebnisse erzielt. "Die Schule ist Ausdruck von Werten", unterstrich Landesrat Mussner, "es braucht aber den Dialog zwischen den Werten und der Wirtschaftlichkeit. Die Frage, die wir uns an der Schule stellen müssen lautet nicht ‘Goeteh oder Google?’, sondern wie wir beides verbinden können." Als besonderes Ereignis im zu Ende gegangenen Schuljahr wies er auf die Entwicklung von ladinischen Unterrichtsmaterialien zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs hin.

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen