Gedenken mit Blick auf Zusammenleben heute

Bischof: Bozner Siegesplatz in “Platz des Friedens” umbenennen

Freitag, 02. November 2018 | 14:00 Uhr

Der Südtiroler Bischof Ivo Muser hat sich für die Umbenennung des Bozner Siegesplatzes in “Platz des Friedens” ausgesprochen, wie Kathpress meldete. Bereits 2001 hatte der Gemeinderat von Bozen die Umbenennung des Siegesplatzes im Stadtteil Quirein in Friedensplatz beschlossen, das Vorhaben wurde bei einer anschließenden Volksbefragung jedoch abgelehnt.

“Es wäre ein konkretes und weitsichtiges Zeichen, wenn der Platz vor dem sogenannten Siegesdenkmal in Bozen zu einem Platz des Friedens, der Versöhnung, der Verständigung und des Willens zum Zusammenleben umbenannt würde”, schreibt der Diözesanbischof von Bozen-Brixen in einem zu Allerheiligen/Allerseelen veröffentlichten Hirtenbrief aus Anlass des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Danach war Südtirol an Italien gefallen.

“In diesen Tagen der Erinnerung, des Bedenkens und Gedenkens, sollte niemand von einem Sieg reden und Siegesdenkmäler aller Art, die an Diktaturen und Kriege erinnern, sollten für immer ihre Anziehungskraft verlieren”, schreibt Bischof Muser nun mit Blick auf das heurige Weltkriegsgedenken: “Es gibt keine Siege, die durch Krieg, durch Nationalismus, durch Abwertung anderer Völker, Sprachen und Kulturen erreicht werden. Am Ende eines Krieges gibt es immer nur Verlierer!” Muser ruft dazu auf, das Gedenken an den Ersten Weltkrieg im Hinblick auf das Zusammenleben in der Gegenwart zu begreifen: “Wir brauchen heute konkrete, verbindende und versöhnende Zeichen, die uns helfen, die Geschichte gemeinsam zu verstehen, zu vergegenwärtigen, zu deuten und zu verzeihen.”

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare auf "Bischof: Bozner Siegesplatz in “Platz des Friedens” umbenennen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
12 Tage 18 h

es nützt einfach nichts, nur an der Form (der Name) herumzubasteln, wenn sich die Substanz (das weitere Vorhandensein des Faschotempels und derer, die sich daran ergötzen) nicht ändert.

Plodra
Plodra
Grünschnabel
12 Tage 21 h

Die Debatte um die Umbenennung des Siegesplatzes ist alt und schon so verfahren, dass eine Neuauflage der Idee “Friedensplatz” nicht unbedingt zielführend ist. Besser wäre es vermutlich, ganz neue Vorschläge auf den Tisch zu legen. Z. B. Platz der Versöhnung oder Platz der Solidarität, so als ersten Stresstest für die Koalitionsfähigkeit der Lega…

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
12 Tage 17 h

Wer “Glaubt” wird Selig. Wer Glaubt, dass der Siegesplatz ein Friedensplatz wird, wird Bitter enttäuscht werden, in sein Glauben.
Vom Friedlichen miteinander schwafeln ja viele, aber wenn es heißt, wir setzen konkrete Zeichen,dann kommen wieder die Wahren Fratzen an das Tageslicht.

Staenkerer
12 Tage 15 h

glabsch wirklich das es wegräumen von den stoanhaufn mwhe bring wie a umbenennung?
solong es fanatn auf boade seitn gib, de noch 100 johr sich nit mit der gschicht obfindn kennen und weder im kopf, no im herz friedn findn, hilfts oane und es ondre nit!

anonymous
anonymous
Superredner
12 Tage 19 h

Gute Idee

wpDiscuz