Bob Dylan verzichtet doch nicht aufs Geld

Bob Dylan reichte Nobelpreis-Rede ein

Montag, 05. Juni 2017 | 18:36 Uhr

Kurz vor Ablauf der Frist hat Bob Dylan, Literaturnobelpreisträger 2016, seine Nobelvorlesung abgeliefert. Die Rede sei als Tonaufnahme eingetroffen, bestätigte die Schwedische Akademie am Montag. Die Frist wäre am Samstag abgelaufen. Ihre Einhaltung ist Voraussetzung dafür, um die mit dem Literaturnobelpreis dotierten acht Mio. Schwedischen Kronen – etwa 820.000 Euro – ausgezahlt zu bekommen.

Dylan habe der Schwedischen Akademie einen Text mit Reflexionen zum Verhältnis seiner Songtexte zur Literatur geschickt, teilte die Vorsitzende der Akademie, Sara Danius, am Montag in einem Blogeintrag. “Die Rede ist außergewöhnlich”, schrieb Danius. In dem Vortrag, der im Hintergrund von Klaviermusik begleitet wird, beschreibt der Sänger, welche Musik und Bücher ihn beeinflusst haben.

“Als ich diesen Literaturnobelpreis zuerst erhalten habe, habe ich mich genau gefragt, wie meine Songs mit Literatur zusammenhängen”, schilderte Dylan in seiner Rede. Er nannte Musiker, die ihn inspirierten, wie den Rock’n’Roll-Musiker Buddy Holly, und klassische Romane, die ihn am meisten beeindruckten, darunter “Moby Dick” von Herman Melville und das Weltkriegsdrama “Im Westen nichts Neues” des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque.

Die Schwedische Akademie hatte Dylan den Preis im Oktober zuerkannt, als Würdigung seiner poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition. Er war am 13. Oktober als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden. Tagelang reagierte der 75-Jährige nicht öffentlich, was für Befremden gesorgt hatte. Erst zwei Wochen später kündigte er an, er nehme die Ehre selbstverständlich an und wolle “falls möglich” auch zur Preisverleihung am 10. Dezember nach Schweden kommen.

Zur Preisverleihung am 10. Dezember war er nicht erschienen – unter Verweis auf andere Verpflichtungen. Er schickte stattdessen eine Dankesrede, die von der US-Botschafterin in Schweden verlesen wurde. Im April hatte er dann die Medaille und Urkunde abgeholt, als er während einer Tournee für zwei Konzerte sowieso in Stockholm war. “Das Dylan-Abenteuer nähert sich dem Ende”, schrieb Danius.

Von: APA/dpa/ag.

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1 Kommentar auf "Bob Dylan reichte Nobelpreis-Rede ein"


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MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
18 Tage 16 h

Bob Dylan soll sich für dieses Schmierentheater schämen! Zuerst blöd kommen und dann doch abkassieren,man sollte ihm das Geld streichen und wohltätigen Zwecken zuführen!! 😡

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Bob Dylan verzichtet doch nicht aufs Geld

Bob Dylan reichte Nobelpreis-Rede ein

Uhr

Kurz vor Ablauf der Frist hat Bob Dylan, Literaturnobelpreisträger 2016, seine Nobelvorlesung abgeliefert. Die Rede sei als Tonaufnahme eingetroffen, bestätigte die Schwedische Akademie am Montag. Die Frist wäre am Samstag abgelaufen. Ihre Einhaltung ist Voraussetzung dafür, um die mit dem Literaturnobelpreis dotierten acht Mio. Schwedischen Kronen – etwa 820.000 Euro – ausgezahlt zu bekommen.

Dylan habe der Schwedischen Akademie einen Text mit Reflexionen zum Verhältnis seiner Songtexte zur Literatur geschickt, teilte die Vorsitzende der Akademie, Sara Danius, am Montag in einem Blogeintrag. “Die Rede ist außergewöhnlich”, schrieb Danius. In dem Vortrag, der im Hintergrund von Klaviermusik begleitet wird, beschreibt der Sänger, welche Musik und Bücher ihn beeinflusst haben.

“Als ich diesen Literaturnobelpreis zuerst erhalten habe, habe ich mich genau gefragt, wie meine Songs mit Literatur zusammenhängen”, schilderte Dylan in seiner Rede. Er nannte Musiker, die ihn inspirierten, wie den Rock’n’Roll-Musiker Buddy Holly, und klassische Romane, die ihn am meisten beeindruckten, darunter “Moby Dick” von Herman Melville und das Weltkriegsdrama “Im Westen nichts Neues” des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque.

Die Schwedische Akademie hatte Dylan den Preis im Oktober zuerkannt, als Würdigung seiner poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition. Er war am 13. Oktober als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden. Tagelang reagierte der 75-Jährige nicht öffentlich, was für Befremden gesorgt hatte. Erst zwei Wochen später kündigte er an, er nehme die Ehre selbstverständlich an und wolle “falls möglich” auch zur Preisverleihung am 10. Dezember nach Schweden kommen.

Zur Preisverleihung am 10. Dezember war er nicht erschienen – unter Verweis auf andere Verpflichtungen. Er schickte stattdessen eine Dankesrede, die von der US-Botschafterin in Schweden verlesen wurde. Im April hatte er dann die Medaille und Urkunde abgeholt, als er während einer Tournee für zwei Konzerte sowieso in Stockholm war. “Das Dylan-Abenteuer nähert sich dem Ende”, schrieb Danius.

Von: APA/dpa/ag.

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