Joey Burns (hier 2020) begeisterte im Wiener Museumsquartier

Calexico rockten das Wiener Museumsquartier

Sonntag, 01. Mai 2022 | 10:15 Uhr

Calexico haben ihr Versprechen gehalten: Obwohl auch bei entspannterer Covidlage Tourneen eine Herausforderung bleiben, werde man mit sieben Musikern auf der Bühne stehen, um sich ordentlich zu präsentieren, sagte Sänger und Gitarrist Joey Burns im Vorfeld des Konzertes seiner Band am Samstag im Wiener Museumsquartier. Es gelte die Rückkehr in die Konzertsäle mit pulsierenden Rhythmen zu feiern – und das taten Calexico mit einem nahezu magischen Auftritt.

Mit “El Mirador” hatte die Gruppe aus Arizona zuletzt ein sehr starkes Album (in einer an starken Alben reichen Bandgeschichte) abgeliefert. Ganze neue Songs daraus brachten Calexico live, die Hälfte des gesamten Programms. Der Opener “El Mirador” entführte klanglich in eine warme Wüstennacht, in die kalifornisch-mexikanische Zwischenwelt; wie ein zarter Wind wehten hypnotische Laid-Back-Rhythmen durch den Saal. Das folgende “Cumbia Del Polvo” huldigte dem kolumbianischen Stil Cumbia, der vielschichtige afrikanische Rhythmusstrukturen mit spanischen Melodien vereint.

Spätestens beim sonnigen “Harness The Wind” mit seinem unwiderstehlichen, mehrstimmigen Refrain war all das, was derzeit die Menschenseelen quält, für die weiteren rund 90 Minuten vergessen. Bei “The El Burro Song” tönten die Mariachi-Trompeten (die generell den Sound veredelten), “Then You Might See” gehörte der Twang-Gitarre, “Rancho Azul” bot bestes Americana im Cinemascopesound. Beseelt spielten die Musiker auf, in einem perfekten und dennoch ungezwungen wirkenden Kollektiv, in dem unterschiedlichste kulturelle Einflüsse ganz natürlich verschmolzen. “Musik verbindet uns. Auf eine Art, wie es andere Dinge nicht tun können”, sagte Burns im Gespräch mit der APA.

“Wenn ich komponiere, Instrumente aufnehme und an Songs arbeite, passiert etwas in meinem Unterbewusstsein. Da passieren Dinge, die man nicht kontrollieren kann bzw. die einem nicht bewusst sind”, erzählte der Musiker. Nachsatz: “Ich mag das sehr, mich in Sounds und Songs zu verlieren.” Damit hat er wohl etwas mit seinem Publikum gemeinsam, das in die faszinierende Klangwelt Calexicos eintauchen durfte.

Von: apa

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