Chiharu Shiotas rotes Fadenzelt thematisiert die Donau

Chiharu Shiota verknüpft in Krems 700 Kilometer Wollfäden

Freitag, 10. Juni 2022 | 13:15 Uhr

700 Kilometer rote Wollfäden, verknüpft zu einer raumfüllenden Installation: Die japanische Künstlerin Chiharu Shiota bespielt das Erdgeschoß der Landesgalerie NÖ in Krems auf spektakuläre Weise. “Across the River”, so der Titel des Werks, thematisiert die Donau und die Verbundenheit der Menschen über Grenzen hinweg.

Ein wolkenartiges Fadengeflecht empfängt den Besucher, der beim Betreten des Raums sogleich zum Bestandteil des Werks wird. Kurator Günther Oberhollenzer: “Es entsteht ein Gedankendom aus Geschichte und Gegenwart, der die Donauregion auf ganz neue Weise spürbar macht.” Ganz im Sinne der Künstlerin, die mit den Worten zitiert wird: “Ich lege meine Arbeiten so an, dass sie eigene Gedanken und Erinnerungen in den Betrachtern auslösen.”

Auch wenn Shiota erklärt, sie mache nicht Kunst, um eine Geschichte zu erzählen, gibt es doch konkrete “Anknüpfungspunkte” im wahrsten Sinn des Wortes. Denn das Fadenzelt ist mit Zillen verbunden, die einerseits ein kulturhistorisch bedeutendes Fortbewegungsmittel in der Wachau darstellen, andererseits als Sinnbild fürs Reisen fungieren. Der Verein Zille Wachau und die Freiwillige Feuerwehr Krems stellen für die Dauer der Ausstellung fünf Boote zur Verfügung. Zudem ist in den Fäden kartografisches Material verwoben.

Für Gerda Ridler, künstlerische Direktorin der Landesgalerie, bedeutet die Präsentation dieser Arbeit die Premiere einer neuen Projektreihe, die ein “Fenster für internationale Kunstschaffende” öffnen soll. Ridler freut sich auch darüber, dass es sich bei “Across the River” um die größte jemals in Österreich realisierte Installation der Künstlerin handelt, die ihren internationalen Durchbruch 2015 bei der Biennale in Venedig feierte. Shiota wurde 1972 in Osaka geboren, sie lebt und arbeitet in Berlin.

Von: apa

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