Der Ötzi im Wohnzimmer - Corona-Tagebuch als CitizenScience-Projekt

Der Ötzi im Wohnzimmer: Wissenschaft für zu Hause in Corona-Zeiten

Montag, 30. März 2020 | 12:09 Uhr

Vor ziemlich genau drei Jahren gingen weltweit Forscher auf die Straße, um im “March for Science” ein Zeichen gegen Wissenschaftsfeindlichkeit zu setzen. Nun ruhen in der Corona-Pandemie alle Hoffnungen auf der Wissenschaft. Und diese bemüht sich auch in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen um die Vermittlung und Einbeziehung der Öffentlichkeit, wie vielfältige Aktivitäten in Österreich zeigen.

Weil qualitätsvolle Beschäftigungen für Kinder und Jugendliche in Zeiten von Schulschließungen wichtiger als je ist, hat der “Verein ScienceCenter-Netzwerk” verschiedene Online-Angebote der Netzwerkmitglieder zusammengefasst. So bieten etwa die KinderuniWien und die KinderUniGraz täglich Experimente, Rätsel und Tipps für zu Hause, zudem Wissenschaftsshows und Vorlesungen für Kinder. Das Technische Museum und das Naturhistorische Museum (NHM) sind nur zwei von zahlreichen Häusern mit verschiedenen Aktivitäten für den Nachwuchs, etwa eine Videoreihe von NHM-Vermittlern und -Wissenschaftern (https://www.nhm-wien.ac.at/online-Angebot). “Ideen für zuhause” liefert auch das Grazer “Center Of Science Activities”. Zudem fasst der Verein auch Angebote für Lehrer zusammen.

Einen völlig neuen Zugang zu allen bisher bekannten Informationen zu Ötzi, dem Mann aus dem Eis, bietet die “Iceman Wissensdatenbank” des Südtiroler Archäologiemuseums. Unter der Internetadresse www.iceman.it/de/database/ können große und kleine Interessierte, aber auch das Fachpublikum in drei Sprachen nach Stichwörtern alles Wissenswerte zum Mann aus dem Eis und zum letzten Forschungsstand von zuhause aus suchen.

Wer sich nicht nur Wissen aneignen, sondern auch aktiv an der wissenschaftlichen Arbeit teilnehmen will, ist bei einem neuen Citizen Science-Projekt des Institute of Science and Technology (IST) Austria richtig. Im Zentrum des Projekts “CoKoNet” (Corona Kontakt Netzwerk) steht die Frage, welche Folgen die Reduktion der sozialen Kontakte auf das Leben der Menschen heute und in Zukunft haben wird. Um dieser Frage wissenschaftlich nachzugehen, sind Interessierte über 14 Jahre dazu eingeladen, online unter cokonet.pages.ist.ac.at ein Corona-Tagebuch anzulegen. Im Rahmen der Doktorandenausbildung des IST Austria sollen die – anonymen – Daten ausgewertet werden.

(SERVICE – Internet: Verein ScienceCenter-Netzwerk: https://www.science-center-net.at/news/; Iceman Wissendatenbank: www.iceman.it/de/database/; Projekt CoKoNet: http://cokonet.pages.ist.ac.at; NHM: https://www.nhm-wien.ac.at/online-Angebot)

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare
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Grünschnabel
2 Monate 1 Tag

Also,
ich lasse mich einmal verbrennen und die Kapelle muss dazu etwas von den Stones spielen.
Das ist sicher.
Einmal habe ich mir den Ötzi im Museum angesehen. Mir tut er leid, wie er so da liegt und von aller Welt angestarrt wird.

Tanne
Tanne
Superredner
2 Monate 1 Tag

Vorsicht mit Ötzi, der darf den Virus nicht auch noch bekommen, das wäre Tödlich.

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