Pöder: "Abteilung nicht auflösen - Schlichtungsstelle schaffen"

“Denkmalschutz muss unbequem aber auch bezahlbar sein”

Sonntag, 19. April 2015 | 14:13 Uhr

Bozen – Der Landtag muss nach Ansicht des Landtagsabgeordneten der BürgerUnion, Andreas Pöder, den Denkmalschutz als Kernkompetenz  verteidigen.

Die Auflösung der Abteilung Denkmalschutz und die Unterordnung unter die Raumordnung würde laut Pöder zudem gegen die Grundsätze des Autonomiestatuts verstoßen.

"Im Art. 8 des Autonomiestatuts sind ‘der Schutz und die Pflege der geschichtlichen, künstlerischen und volklichen Werte’ als eigenständige Kernkompetenz der Autonomie definiert. Demnach können Denkmalschutz und Denkmalpflege nicht der anderen Kernkompetenz Raumordnung untergeordnet werden", zeigt sich Pöder überzeugt.

„Der Landtag muss sich hier schützend vor und hinter die Kernkompetenz Denkmalschutz stellen und der Landesregierung die Auflösung und Rückstufung dieser für den Erhalt von Südtirols Kulturlandschaft wesentlichen Zuständigkeit untersagen.  Die Konflikte zwischen Erfordernissen des Denkmalschutzes und  des Bauwesens sind evident und müssen in einem vernünftigen Dialog gelöst werden. Denkmalschutz muss unbequem und hartnäckig aber auch bezahlbar sein", so Pöder.

„Die Denkmalschutzbestimmungen sind unverzichtbar für den Erhalt unseres Landschaftsbildes. Er muss jedoch an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden, sonst verkommt der Denkmalschutz zu einer realitätsfremden Schikane von Bauherren.“ schreibt der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder in einer Aussendung der BürgerUnion.

Zum Beispiel sei es vielen Bauherren nicht erlaubt, ihr denkmalgeschütztes Haus ordentlich zu dämmen, so Pöder. „Wenn wir eine Ummantelung anbringen und nachher verputzen, beeinträchtigt dies das äußere Erscheinungsbild keineswegs. Ebenso wenig Dreifachverglasungen bei Fenstern oder z.B. Holz-Alu-Fenster sofern im Design an das Erscheinungsbild angepasst. Hier müssen Besitzer von denkmalgeschützter Bausubstanz sehr viel Energieeffizienz auf der Strecke lassen“, heißt es in der Aussendung der BürgerUnion.

Doch laut BürgerUnion gäbe es auch im Innenbereich genügend Beispiele verfehlten Denkmalschutzes. „Es sind uns Beispiele bekannt, wo 1,80m hohe Türen nicht erhöht werden durften, bei Treppen durften nur einzelne Stufen ausgetauscht werden, gekrümmte Innenwände durften nicht begradigt werden. Hier vermindert falsch verstandenen Denkmalschutz die Wohnqualität entscheidend“, schreibt Pöder.

"Wenn der Denkmalschutz lebendig ist, dann sind Konflikte zwischen Denkmalschutz und Bauherren einfacher zu lösen. Denkbar wäre beispielsweise eine unbürokratische Schlichtungsstelle, die bei scheinbar unlösbaren Konfliktsituationen vermittelt und Vorschläge unterbreitet", so Pöder.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen