150. Geburtstag von Albin Egger-Lienz

Der Tiroler Monumentalmaler

Freitag, 26. Januar 2018 | 08:05 Uhr

Kommenden Montag begeht die Kunstwelt den 150. Geburtstag von Albin Egger-Lienz, der als einer der bedeutendsten Tiroler Maler des 20. Jahrhunderts gilt. Er wurde vor allem durch seine monumental-dekorativen Ölgemälde bekannt. Thematisch beschäftigte er sich mit existenziellen Situationen, mit Leid, Tod, Werden und Vergehen. Der Geburtstag bleibt in Tirol jedoch weitgehend ohne Widerhall.

Geboren wurde Egger-Lienz als uneheliches Kind am 29. Jänner 1868 als Ingenuin Albuin Trojer in Stribach bei Dölsach in Osttirol. Zunächst wurde der Künstler von seinem Vater Georg Egger, einem Kirchenmaler und Fotografen, unterrichtet. Von 1884 bis 1893 studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Dort lernte er Franz von Defregger, der ihn später in seinem Schaffen stark beeinflussen sollte, kennen. 1899 übersiedelt Egger-Lienz mit seiner Frau nach Wien, wo er bis 1911 blieb.

1899 wurde ihm für sein Bild “Das Kreuz” die Große Goldene Staatsmedaille verliehen. In Wien war Egger-Lienz Mitglied des Hagenbundes und der Wiener Secession. 1913 zog er schließlich nach Südtirol. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er als Kriegsmaler. In seinen letzten Lebensjahren wurde Egger-Lienz zum Ehrendoktor der Universität Innsbruck und zum Ehrenbürger der Stadt Lienz ernannt. Er starb am 4. November 1926 in St. Justina bei Bozen.

Der Osttiroler Künstler beschäftigte sich in seinen Werken hauptsächlich mit religiösen Motiven und bäuerlichen Szenen. Doch auch Geschichten aus dem Tiroler Freiheitskampf 1809 und die Schrecken des Krieges bestimmen sein Werk. In den Jahren als Kriegsmaler schuf er zahlreiche Werke mit Motiven aus den Stellungen ohne jegliche Heroisierung. Seine Gemälde aus der Nachkriegszeit gelten als Schreckensbilder des Massenkriegs und der Vernichtung.

1943 wurde im Lienzer Schloss Bruck das noch heute bestehende Egger-Lienz-Museum eröffnet. Diese offizielle Wertschätzung durch die Nationalsozialisten hat Egger-Lienz’ Ruf in der Zweiten Republik nachhaltig beschädigt. So wurde 1968 sein 100. Geburtstag selbst in Tirol weitgehend ignoriert. Erst in den vergangenen Jahren setzte sich die Kunstszene wieder vermehrt mit seinem Werk auseinander.

Zu seinem 150. Geburtstag sind weder seitens der Tiroler Landesmuseen noch seitens des Schloss Bruck Ausstellungen oder Veranstaltungen geplant. Auf Schloss Bruck wird ab 18. Mai wieder die Egger-Lienz-Dauerausstellung “Ich male keine Bauern, sondern Formen” zu sehen sein. Die Landesmuseen planen für 2019 die Ausstellung “Egger-Lienz trifft Otto Dix”. Ausgehend vom Schaffen der 1920er-Jahre soll die Entwicklung der beiden Künstler einander gegenübergestellt werden. Sowohl ähnliche Motive wie die Kriegsversehrten als auch scheinbar konträre Huren- und Bauerndarstellungen bilden den Rahmen einer Begegnung, teilten die Landesmuseen auf APA-Anfrage mit. Auch das Land Tirol plant keine Veranstaltungen zum Jubiläum.

Von: apa

Bezirk: Bozen