Gergiev in Meran

Ein Weltstar betritt die Bühne im Kursaal

Montag, 07. September 2015 | 16:51 Uhr

Meran – Ein Höhepunkt der Meraner Musikwochen 2015: Am 8. September gastiert das Mariinsky Orchestra aus St. Petersburg  unter der Leitung von Valery Gergiev im Kursaal. Solist – und Überraschungsgast – ist der junge Pianist Lucas Debargue.

Am 8. September betritt ein Weltstar die Bühne im Kursaal: An diesem Abend leitet Valery Gergiev das Mariinsky Orchestra – und bringt mit dem jungen Pianisten Lucas Debargue, der im Juli die russischen Kritiker beim Tschaikowsky-Klavierwettbewerb in Moskau begeisterte, einen Überraschungsgast aus Frankreich mit. Auf dem Programm stehen Auszüge aus der Suite Nr. 2, op. 64 „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofiev sowie das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1, op. 23 und die Symphonie Nr. 6, op. 74, „Pathétique“ von Peter Tschaikowsky. Das Konzert beginnt um 20.30 Uhr.

Valery Gergiev ist künstlerischer Leiter und Generalintendant des St. Petersburger Mariinski-Theaters, Chefdirigent des London Symphony Orchestra, Dekan der Philosophischen Fakultät der Staatlichen Universität St. Petersburg sowie Vorsitzender des Moskauer Tschaikowski-Wettbewerbs. Er begründete und leitet das Gergiev-Festival in den Niederlanden, das Weiße-Nächte-Festival in St. Petersburg und die Moskauer Osterfestspiele. Unter seiner Ägide sind am Mariinski-Theater eine Vielzahl von Weltklassesängern aus dem Ensemble hervorgegangen und das Repertoire des Hauses wurde sowohl im Bereich des Balletts wie der Oper stark erweitert. Heute umfasst es eine breite Palette klassischer Meisterwerke vom 18. bis zum 20. Jahrhundert sowie etliche Werke zeitgenössischer Komponisten. Valery Gergiev, der ab 2015 auch Chefdirigent der Münchner Philharmoniker ist, arbeitet regelmäßig der Metropolitan Opera New York sowie mit den Wiener Philharmonikern, dem Orchestra Filarmonica della Scala und dem Philharmonischen Orchester Rotterdam zusammen. Bei dem auf seine Initiative hin 2009 gegründeten Aufnahme-Label des Mariinski-Theaters sind mehr als 25 CD-Einspielungen erschienen, hochgelobt von Presse und Publikum. Sein Salzburg-Debüt gab er 1997 mit „Boris Godunow“, seither ist er regelmäßig zu Gast in der Mozartstadt.

Das Mariinsky Orchester kann auf eine glanzvolle Geschichte als eine der ältesten Musikinstitutionen Russlands zurückblicken. Gegründet wurde der Klangkörper im 18. Jahrhundert zur Zeit Peters des Großen. Das eigentliche Goldene Zeitalter begann aber erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter der Leitung des Dirigenten Eduard Naprawnik (1839-1916). Über ein halbes Jahrhundert lang war er Leiter des Mariinsky Theaters, dessen Orchester in dieser Zeit als eines der besten in Europa angesehen wurde. In dieselbe Periode fiel der Aufstieg des Mariinsky Theaters als Opernbühne. Es wurde zur Wirkungsstätte vieler bedeutender Komponisten wie Glinka, Tschaikowsky, Mussorgsky, Borodin, Rachmaninoff und Schostakowitsch. Richard Wagner, Gustav Mahler und Arnold Schönberg standen am Pult des Orchesters. Seit Valery Gergiev 1988 zum künstlerischen Leiter des Orchesters ernannt und 1996 auch mit der Gesamtleitung des Mariinsky Theaters betraut wurde, hat das Theater Kontakte mit den größten internationalen Opernhäusern geknüpft. Künstlerisch zählt das Orchester zu den international besten Klangkörpern. Die britische Financial Times zählt es zu den zehn weltbesten Orchestern, „dessen Musiker (…) in einer Weise zu spielen wissen, die klar macht, dass Musik ihr Lebenszentrum ausmacht.“

Der französische Pianist Lucas Debargue (24) begann seine Klavierausbildung im Alter von elf Jahren, entschied sich allerdings erst als 20jähriger professioneller Musiker zu werden. Er studierte am Konservatorium in Paris und setzt sein Studium derzeit an der École Normale de Musique Alfred Cortot in Paris bei Rena Shereshevskaya fort. 2014 gewann er den Concours International de Piano Adilia Alieva in Gaillard (Frankreich). In diesem Sommer gewann Lucas Debargue völlig überraschend den vierten Preis bei der 15. Ausgabe des Internationalen Tschaikowski-Klavierwettbewerbs in Moskau – und riss das Publikum dabei zu wahren Begeisterungstürmen hin. Auch deshalb wurde anlässlich dieses Wettbewerbs mit dem Kritikerpreis für seine „einzigartige Begabung, seine kreative Freiheit und die Schönheit seiner Interpretationen“ ausgezeichnet.

Infos & Tickets

Kartenbüro: Freiheitsstraße 29, Meran
Öffnungszeiten: täglich 9 – 13 |17 – 19 Uhr, sonntags geschlossen
Tel. 0473/49 60 30
E-Mail: office@meranofestival.com
www.meranofestival.com

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt