Die Sammlung umfasst annähernd 7.000 Werke

Essl Museum vor Schließung – “Final Countdown” am Donnerstag

Mittwoch, 29. Juni 2016 | 12:00 Uhr

Der letzte Countdown hat begonnen: Bis morgen Abend haben Besucher noch Zeit, ein letztes Mal das Essl Museum in Klosterneuburg zu besuchen, ehe der Ausstellungsbetrieb mit Juli aus finanziellen Gründen schließt. Nach der heute, Mittwoch, Abend stattfindenden Finissage der Schau “Die Sammlung eSeL” findet morgen ab 16 Uhr “The Final Countdown” statt.

Was vom Essl Museum bleibt, ist ein Bildband mit dem Titel “17 Jahre Essl Museum”, der anlässlich der Schließung erschienen ist. Die Publikation, in der neben dem Sammlerehepaar Karlheinz und Agnes Essl unter anderem auch Max Hollein oder die Kunsthistorikerin Brigitte Borchardt-Birbaumer zu Wort kommen, versammelt darüber hinaus mehr als 300 Fotos. Das Buch ist laut Aussendung ausschließlich während der finalen “Open Days” erhältlich.

In der interaktiven Ausstellung “eSeL: Die Sammlung eSeL”, die bereits heute geschlossen wird, inszenierte Lorenz Seidler alias eSeL mit seinen Foto- Arbeiten, Videos, gesammelten Flyers und Prospekten das Kunstgeschehen der vergangenen 17 Jahre. Nach der Abschlussperformance der Kunstvermittler und aller Mitarbeiter, die am Donnerstag um 16 Uhr beginnt, findet der Museumsbetrieb ein Ende.

Die Sammlung Essl umfasst annähernd 7.000 Werke und zählt zu den größten und bedeutendsten privaten Sammlungen für zeitgenössische Kunst in Europa. Praktisch alle wesentlichen Kunstströmungen Österreichs sind mit Schlüsselarbeiten seit 1945 vertreten, aber auch internationale Pendants. Das vom österreichischen Architekten Heinz Tesar geplante, 1999 eröffnete Privatmuseum war aufgrund der finanziellen Probleme der – im Vorjahr zerschlagenen – bauMax-Kette von Museumsgründer Essl in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner hatte sich schließlich über eine Stiftung an der Kunstsammlung Essls beteiligt und einen “sparsameren Museumsbetrieb” angekündigt. Dessen Finanzierung war schließlich “trotz aller Bemühungen nicht mehr möglich”.

Von: apa