Fast 100 Skulpturen des Katalanen werden gezeigt

Fantasiewesen aus Bronze: Santander zeigt Miros Skulpturen

Dienstag, 20. März 2018 | 09:19 Uhr

Joan Miro war nicht nur Maler, sondern auch ein begnadeter Bildhauer. Eine große Sonderschau in Santander an der nordspanischen Biskaya vereint seit Dienstag fast 100 Skulpturen des Katalanen (1893-1983), die teilweise noch nie öffentlich ausgestellt waren – und oft genauso farbenprächtig und spielerisch daherkommen wie seine Bilder.

Miro benutzte unterschiedlichste Materialien, von Ton über Eisen bis hin zu Kunstharz, Glasfaser und vor allem Bronze. Der Künstler arbeitete besonders gern mit dem sogenannten “objet trouve”, also mit Fundobjekten, die er zufällig bei Spaziergängen, im Haus oder auch im Müll entdeckte.

Unter so poetischen Titeln wie “Femme et oiseau” (Frau und Vogel) oder “L’Oeil attire les diamants” (Das Auge lockt die Diamanten an) schuf der Meister Wesen und Gebilde, in denen etwa Muscheln, Heugabeln, Wurzeln, Regenschirme oder auch ein getrockneter Blumenstrauß ihren Platz fanden.

Ein Großteil der Exponate stammt aus der Privatsammlung der Familie Miro, aber auch das New Yorker MoMA, die Fondation Maeght in Südfrankreich und das Museo Reina Sofía in Madrid unterstützten die Schau mit Leihgaben.

Einer der Kuratoren ist der Enkel des Malers, Joan Punyet Miro, der als einer der großen Wahrer dessen Erbes gilt. “Er hatte die Objekte in seinem Atelier gelagert und wartete darauf, dass sich ein Dialog zwischen ihnen ergab”, erläuterte er bei der Präsentation die intuitive Arbeitstechnik seines Großvaters.

Die Schau “Joan Miro. Skulpturen 1928-1982” in dem von Stararchitekt Renzo Piano erbauten Centro Botín ist bis zum 2. September geöffnet.

Von: APA/dpa