Ferry Ebert vor einigen seiner Automaten

Ferry Ebert sucht Nachfolger für sein Automaten-Museum

Montag, 26. November 2018 | 11:20 Uhr

Ferry Ebert, Kondompionier, Automatenkaiser und Märchendichter, sucht einen Nachfolger für sein Lebenswerk – für sein Automaten-Museum. Mehrere Krankheiten und zuletzt ein Sturz, der den Bruch beider Unterarme zur Folge hatte, würde ihn zu diesem Schritt zwingen, schrieb der bald 84-jährige Wiener. “Es hätte schlimmer kommen können”, sagte er im Gespräch mit der APA.

Das kleine Museum, das an Eberts Schaffen erinnert und in seinem ehemaligen Privatbüro in der Beckmanngasse in Penzing untergebracht ist, hat “den Beginn des Automatenzeitalters nach dem Zweiten Weltkrieg zum Inhalt”, wie der ehemalige Geschäftsmann berichtete. Dazu gehören die legendären Blausiegel-Automaten ebenso wie Pez-, Kölnisch Wasser- oder Kaugummi-Automaten. “Und Manner, Brieflose, Haribo und viele mehr, ungefähr 100 Stück”, ergänzte Ebert am Telefon.

“Anscheinend habe ich mein abwechslungsreiches Leben zu sehr auf die Probe gestellt, so dass es mir nun im Alter die Rechnung stellt”, schrieb Ebert. Fügte aber in seinem Mail hinzu: “Bin nicht verzweifelt, sondern dem Leben gegenüber dankbar, dass es so war wie es war und nun so ist wie es ist!” Das unterstrich er gegenüber der APA: “Ich hab noch einiges vor, aber ich kann einen Automaten nicht einmal mehr heben.”

Innerhalb von eineinhalb Jahren erlitt Ebert als Folge einer Lebensmittelvergiftung eine Gallenkolik und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Eine Spitalsinfektion nach der Implantierung eines künstlichen Knies habe einen Schlaganfall zur Folge gehabt, schrieb er. Nach dem offenen Bruch beider Unterarme müsse er sich noch vor Weihnachten einer weiteren Operation unterziehen. Seine “einstige Beweglichkeit” sei “auf Dauer behindert”.

Eberts Sammlung ist so etwas ein “Schaubild der Welt der Nachkriegsgenerationen” anhand von Automaten. Der umtriebige Wiener wünscht sich, dass seine Sammlung zusammen und zugänglich bleibt. “Am liebsten wäre es mir ja, wenn sie ein Museum übernehmen würde.” Für die Zeit nach seiner neuerlichen Operation hat sich der gelernte Glasbläser, der 1956 die ersten Kondom-Automaten aufstellte, bereits ein Ziel gesetzt: “Ich will eine Autobiografie schreiben, ein Buch über das Leben im positiven Sinn.”

Von: apa

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