Ausstellung im Museum der Moderne soll Rolle der Folklore aufzeigen

Folklore im Mittelpunkt des Salzburger Museum der Moderne

Freitag, 06. Oktober 2017 | 17:10 Uhr

Auf den ersten Blick mag es nicht unbedingt als Aufgabe eines Museums für zeitgenössische Kunst erscheinen, sich mit Folklore auseinanderzusetzen. Dennoch hat das Salzburger Museum der Moderne (MdM) das Phänomen aufgegriffen. In einer Ausstellung im Haus auf dem Mönchsberg zeigt das MdM ab morgen, Samstag, dass das Thema heute aktuell wie selten zuvor erscheint.

Wenn heute das Fragestellungen der Migration eine so große Rolle einnähmen, stelle sich die Frage der Bedeutung der Folklore, sagte Museumsdirektorin Sabine Breitweiser am Freitag beim Presserundgang. In der Ausstellung zeigen Fotos aus den 1920er und 1930er-Jahren, wie der Heimatgedanke damals in der Kunst ganz bewusst ideologisch und propagandistisch eingesetzt wurde. In der Schau wurden diesen Bildern ganz bewusst Fotografien der in Salzburg tätigen Künstler Rainer Iglar, Kurt Kaindl und Michael Mauracher – auch räumlich – gegenübergestellt, die sich mit Kultur, Geschichte und mit dem Leben in den 1970er und 1980er-Jahren auseinandersetzen.

Die Veränderung von Ortsbildern und des Tiroler Dialekts am Beispiel des “Vater unser” im Verlauf einer Region haben Norbert Brunner und Michael Schuster festgehalten. Volkstümlich sind für Breitwieser – sie hat die Ausstellung gemeinsam mit Antonia Lotz von der Generali Foundation kuratiert – auch 36 Essiggurkerl von Erwin Wurm. Die Installation “Selbstporträt als Essiggurkerl” soll einen ironischen Blick auf einen traditionellen Bestandteil heimischer Esskultur werfen. In Summe werden über 50 Werke von 28 Künstlern gezeigt, in denen die unterschiedlichen und sich verändernden Facetten von Folklore angesprochen werden.

(S E R V I C E – “Folklore. Eine Kontroverse mit Werken aus den Sammlungen”, Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg, Mönchsberg 32, von 7. Oktober 2017 bis 15. April 2018, www.museumdermoderne.at)

Von: apa

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