Erinnerung an den Einsatz der (Ur)Großväter im 1. Weltkrieg in Martell

Gedenkkreuz für die Standschützen

Montag, 10. August 2015 | 10:32 Uhr

Martell – Am Samstag, den 8. August 2015 gedachten die Schützen des Einsatzes der Standschützen im 1. Weltkrieg. Entlang der ehemaligen Gebirgsfront wurden dazu Gedenkkreuze errichtet. Auch im Vinschgau wurden Gedenkveranstaltungen abgehalten, unter anderen bei der Zufallhütte in Martell.

Im Frühjahr 1915 erklärte Italien den Krieg an Österreich-Ungarn. Tirol war zu diesem Zeitpunkt völlig schutzlos, weil alle wehrtauglichen Männer als Kaiserjäger und Landesschützen an den Kriegsfronten kämpfen mussten. Viele von ihnen waren bereits in Serbien und Galizien gefallen, so die Schützen.

In dieser ausweglosen Situation meldeten sich in Tirol zehntausende sogenannte Standschützen freiwillig zum Militärdienst. Es waren junge Burschen und alte Männer aus allen sozialen Schichten und Landesteilen; Deutsche, Ladiner und italienischsprachige Tiroler gleichermaßen. Die jüngsten waren gerade einmal 14 bis 15 Jahre alt und die ältesten schon über 80. „Nur durch ihren Einsatz konnte Tirol verteidigt werden. Die Standschützen wollten damals keine fremden Länder erobern. Sie wollten nur die eigene Familie, das zu Hause und die Heimat verteidigen“, so die Schützen.

Am Samstag wurde in Martell auf der Zufallhütte ein Wortgottesdienst für die gefallenen Standschützen abgehalten. Die Gedenkveranstaltung wurde von den Schützenkompanien Goldrain, Kastelbell, Morter, Prutz-Faggen, Kauns, Kematen und Grinzens veranstaltet. Die Musikkapelle Martell sorgt für die musikalische Umrahmung. Die Gedenkrede hielt Ortlerfrontexperte Manfred Haringer. Ein Gedenkkreuz für die Standschützen wurde anschließend unterhalb der Hütte am Wegesrand aufgestellt. Nahe an jener Stelle, an welcher die letzten Gefallenen dieses Frontabschnittes im November 1918 bestattet wurden.

Am selben Tag wurden von allen Schützenkompanien aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol gemeinsam rund 70 Gedenkkreuze an historisch bedeutenden Punkten der ehemaligen Frontlinie aufgestellt. Im Vinschgau stehen die Kreuze am Piz Chavalatsch, auf der Dreisprachenspitze, am Kleinen Scorluzzo, auf der Hohen Schneid, am Pleisshorn, bei der Schaubachhütte, am Eisseepass (ehemalige Hallesche Hütte) und unterhalb der Zufallhütte.

Am Soldatenfriedhof in Spondinig und bei den Hl. Drei Brunnen in Trafoi wurden die Gedenkkreuze bereits zu Pfingsten dieses Jahres aufgestellt.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen, Vinschgau