Museumsarbeit als Friedensarbeit

Gesamttiroler Museumstag auf Schloss Tirol

Mittwoch, 23. September 2015 | 16:34 Uhr

Dorf Tirol – Wie können die Museen durch ihre Ausstellungs-, Vermittlungs- und Forschungsarbeit einen Beitrag zur Friedensarbeit in der Gesellschaft leisten? Um diese Frage dreht sich die Tagung der Museumsabteilungen der drei Länder Tirol, Südtirol und Trentino und des Euregio-Büros „Gesamttiroler Museumstag 2015“. Das Treffen der Museums- und Kulturleute findet am 28. September auf Schloss Tirol statt.

In der Gesamttiroler Museumslandschaft laufen in den öffentlichen und privaten Museen auch heuer viele Ausstellungen und Initiativen zum Ersten Weltkrieg mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Vor diesem thematischen Hintergrund beschäftigt sich der Gesamttiroler Museumstag 2015 als disziplinübergreifende Denkwerkstatt mit der Frage, wie die Museen durch ihre Ausstellungs-, Vermittlungs- und Forschungsarbeit einen Beitrag zur Friedensarbeit in der Gesellschaft leisten können.

Aus der jeweiligen Perspektive der Konfliktforschung, der Geschichtswissenschaft, der Museologie und der Praxis werden sich die Beiträge, Workshops und Ausstellungsbesichtigungen im Meraner Raum zu einem thematischen Cluster der Museumsarbeit als Friedensarbeit verbinden.

In engem Zusammenhang mit dem Themenjahr 2015 der Südtiroler Museumslandschaft „Young & Museum“ für die Jugendlichen wird es auch darum gehen, wie es gelingen kann, junge Menschen konkret in die Ausstellungsplanung und -gestaltung einzubeziehen und sie als wichtige Zielgruppe für Friedensarbeit in den Museen zu erreichen.

Der Gesamttiroler Museumstag findet heuer zum sechsten Mal statt. Es handelt sich dabei um eine jährliche Veranstaltung für Museumsfachleute, die abwechselnd von einer der Museumsabteilungen der Länder Tirol, Südtirol und Trentino in Zusammenarbeit mit dem Euregio-Büro zur Vertiefung eines Themas und zum Zwecke der Netzwerkarbeit organisiert wird.

Der Gesamttiroler Museumstag wird am Montag, 28. September 2015, um 9 Uhr auf Schloss Tirol, dem Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte durch die Landesräte Florian Mussner (ladinische Kultur und Museen), Tiziano Mellarini (Kultur – Trentino) und Beate Palfrader (Kultur – Tirol) eröffnet. Im Anschluss daran wird der österreichische Konfliktforscher und Mediator, Friedrich Glasl, der weltweit für sein Konflikteskalationsmodell bekannt ist, über die “Konfliktdynamik von Teufelskreisen“ sprechen. Weitere Referenten sind Oswald Überegger, seit 2013 Direktor des Kompetenzzentrums für Regionalgeschichte der Universität Bozen, Gunda Barth-Scalmani, die Professorin an der Universität in Innsbruck sowie die Historiker Pietro Fogale und Hannes Obermair. Am Nachmittag werden zur Vertiefung des Themas Workshops und Führungen auf Schloss Tirol, im Frauenmuseum, im Touriseum, im Palais Mamming, sowie ein Stadtrundgang in Meran zu den „Stolpersteinen“ angeboten.

Von: ©lpa

Bezirk: Burggrafenamt