Kraus präsentierte das dichte Programm für das laufende Kalenderjahr

Gironcoli, Caramelle und musizierende Künstler 2018 im mumok

Donnerstag, 11. Januar 2018 | 13:40 Uhr

Von Gironcoli bis Caramelle und von der Neoavantgarde zu musikalischen Künstlern: Das mumok blickt einem Ausstellungsjahr entgegen, das mit einer Schau zum grafischen Werk von Bruno Gironcoli beginnt und mit einer Retrospektive von Ernst Caramelle endet. Dazwischen finden sich neben Themenausstellungen auch Sammlungspräsentationen wie jene von Alexander Schröder.

Den Rückenwind will Karola Kraus, Direktorin des Museums moderner Kunst Stiftung Ludwig aus dem Vorjahr mitnehmen, in dem das Haus einen Publikumsrekord verzeichnete, wie sie am Donnerstag im Rahmen der Jahrespressekonferenz sagte. Genaue Zahlern werden allerdings erst Ende des Monats vom BKA veröffentlicht. Besonders stolz ist Kraus auf die Vermittlungsangebote des Hauses: “Das mumok hat sich in den letzten Jahren zum Kompetenzzentrum in Bezug auf kulturelle Bildung entwickelt, die auf ästhetische Erfahrung und kritische Reflexion sowie auf die Verständigung zwischen Kulturen, sozialen Schichten und Altersgruppen setzt und damit der Diversität einer modernen Gesellschaft Rechnung trägt”, so Kraus. 2017 sei es gelungen, “ein äußerst ambitioniertes und diskursives Programm umzusetzen”, das man auch heuer fortführen werde.

Den Anfang macht ab 3. Februar Bruno Gironcoli, wie man ihn laut Kuratorin Manuela Ammer “so in Wien noch nicht gesehen hat”: Während man auch international hauptsächlich die fragilen Großplastiken des österreichischen Künstlers (1936-2010) kennt, setzt man im mumok auf sein grafisches Werk. “Auf Papier treibt er seine räumlichen Ideen in Dimensionen, die über die Arbeit am konkreten Material weit hinausgehen”, so Ammer. In der Retrospektive “Bruno Gironcoli: In der Arbeit schüchtern bleiben” werden auf zwei Ausstellungsebenen Papierarbeiten in einen Dialog mit Skulpturen gestellt, zwei Arbeiten sollen auch im Hof des Museumsquartier aufgestellt werden.

Zur selben Zeit läuft auch die Sammlungspräsentation “Optik Schröder II”: Zu sehen ist ein repräsentativer Querschnitt durch die Sammlung von Alexander Schröder mit Arbeiten von u.a. Isa Genzgen, Anne Imhof oder Gelitin. Am 23. März folgt eine Einzelausstellung der amerikanisch-belgischen Künstlerin Cecile B. Evans, die ein architektonisches Setting entwickelt, in dem die erste Episode ihrer Videoarbeit “Amos’ World” zu sehen sein wird, die in einer “gesellschaftlich fortschrittlichen Wohnsiedlung” spielt. Im Sommer erkundet man das “Doppelleben” von Künstlern, die auch Musik machen (16. Juni bis 11. November), wirft dabei auch einen Blick zurück ins 20. Jahrhundert und widmet sich dabei u.a. Yoko Ono, der Wiener Gruppe oder jüngeren Künstlern wie Christian Kosmas Mayer. Zur selben Zeit gibt es auch ein “Klassentreffen”: Präsentiert wird dabei die Sammlung des Ehepaars Gaby und Wilhelm Schürmann, laut Kraus “ein Kulturgut, das einen öffentlichen Austausch verlangt”. Zu erleben sind dabei Arbeiten von u.a. Paul McCarthy, Oswald Oberhuber, Franz West und Heimo Zobernig.

Die Ausstellung “Yesterday, Today, Today” widmet sich Kunstwerken, die rund um das Schloss Buchberg bei Gars am Kamp entstanden sind, wo das Sammlerpaar Gertraud und Dieter Bogner einen Kunstraum und Diskursort etabliert hat (ab 17. Juni). Eine fotografische Zeitreise durch die österreichische Geschichte von 1918 bis zur Gegenwart unternimmt die Schau “Photo/Politics/Austria” anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Republik in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes. Zu sehen sind rund 100 Werke aus der Fotosammlung des mumok, ergänzt durch Leihgaben internationaler Institutionen (12. Juli bis 3. Februar 2019).

Ebenfalls ab 12. Juli lädt das mumok zu “55 Dates”: Dort treffen Besucher auf 55 Positionen der mumok-Sammlung, die mittlerweile rund 10.000 Werke von etwa 1.600 Künstlern umfasst. Die Ausstellung basiert auf einer Publikation, die als “Ausstellung im Hardcover” verstanden werden will. Zwei Todestage bilden den Ausgangspunkt der Schau “Kurt Kren / Ernst Schmidt Jr.”, in der das Werk der beiden Filmemacher der österreichischen Nachkriegsavantgarde präsentiert und in Dialog gesetzt wird (12. Juli bis 3. Februar). Filme und Fotografien stehen auch im Zentrum der Arbeiten von Loretta Fahrenholz, in denen sie ökonomischen Druck, Ängste und Dynamiken der Gegenwart widerspiegelt und in einer Ausstellung präsentiert.

Den Jahresabschluss bildet ab 30. November die laut Kuratorin Sabine Folie erste Retrospektive des aus Tirol stammenden Künstlers Ernst Caramelle unter dem Titel “Welcome to the club (ein Résumé)”. Teil der Schau ist ein neues Raumkonzept mit Wandmalerei, darüber hinaus begibt man sich auf einen Streifzug durch die unterschiedlichen Werkphasen des gelernten Glasmalers. Parallel dazu klingt das Jahr mit der Themenausstellung “Malerei mit Kalkül” aus, in der sich das mumok Positionen der Neoavantgarde aus der Sammlung widmet und Arbeiten von u.a. Josef Albers, Roland Goeschl oder Gerhard Richter ins Licht rückt.

Von: apa

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