Auszeichnung für den japanischen Filmemacher Kore-Eda Hirokazu

Goldene Palme für Familiendrama aus Japan

Samstag, 19. Mai 2018 | 21:23 Uhr

Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an das berührende Familiendrama “Shoplifters” des Japaners Kore-Eda Hirokazu. Das gab die Jury am Samstagabend bekannt. Der 55-Jährige erzählt in dem Werk von einer aus Außenseitern zusammengewürfelten Familie, die am Rande der Gesellschaft lebt.

Der japanische Filmemacher hatte 2013 bereits den Jurypreis für sein ebenfalls sehr einfühlsames Drama “Like Father, Like Son” in Cannes gewonnen. Zuletzt ging die Palme 1997 nach Japan: für “The Eel” von Shohei Imamura.

Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging in diesem Jahr an den US-Amerikaner Spike Lee. Seine gefeierte Satire “BlacKkKlansman” basiert auf der wahren Geschichte eines schwarzen Polizisten, der sich in den 70er Jahren in den rassistischen Ku-Klux-Klan einschmuggelte.

Als bester Schauspieler wurde der Italiener Marcello Fonte geehrt. Er spielt in Matteo Garrones “Dogman” einen gutmütigen Mann, der zunehmend von einem Kriminellen drangsaliert wird. Beste Schauspielerin wurde Samal Yeslyamova aus Nordkasachstan für ihre Leistung in dem erschütternden Drama “Ayka” von Sergey Dvortsevoy.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals wurde auch eine Sonder-Goldene Palme verliehen: An Jean-Luc Godard, weil er “Kino konstant neu definiert”, wie Jurypräsidentin Cate Blanchett erklärte.

Der Preis der Jury ging an den libanesischen Beitrag “Capernaum” der Regisseurin Nadine Labaki. Für die beste Regie wurde der Pole Pawel Pawlikowski für “Cold War” ausgezeichnet. Die Auszeichnung für das beste Drehbuch wurde gleich zwei Mal vergeben: An die Italienerin Alice Rohrwacher für ihr märchenhaftes “Happy is Lazzaro” und – zu gleichen Teilen – an die Iraner Jafar Panahi und Nader Saeivar. Sie schrieben das Drehbuch zu Panahis Film “Three faces”.

Mit einer kämpferischen Rede gegen Harvey Weinstein und sexuellen Missbrauch hat die italienische Schauspielerin Asia Argento die Gäste der Abschlussgala beim Filmfest Cannes berührt. “1997 wurde ich von Harvey Weinstein vergewaltigt”, sagte die 42-Jährige am Samstagabend. Der Vorfall habe sich beim Filmfest Cannes ereignet.

“Dies war sein Jagdgebiet.” Vieles habe sich zwar getan, doch noch “heute Abend sitzen welche unter uns, die noch zur Verantwortung gezogen werden müssen”, sagte sie. “Wir lassen euch nicht davonkommen.”

Argento hatte ihre Anschuldigungen gegen den Hollywood-Produzenten Weinstein bereits in den vergangenen Monaten vorgebracht. Am Samstagabend nutzte sie ihre Präsenz auf der Bühne des Festivalpalastes, wo sie die Auszeichnung für die beste Schauspielerin ankündigte..

Von: APA/dpa/ag.

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