Gauthier Dance, Principal Guest Company des Festivals Bolzano Danza und Alessandro Sciarroni

Großes Finale für Tanz Bozen 2022

Donnerstag, 28. Juli 2022 | 12:02 Uhr

Bozen – Das große Finale der 38. Festivalausgabe am 29. Juli ist ein Choreografie-Feuerwerk: Die Gastkompanie Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart, in Begleitung der neu gegründeten Kompanie Gauthier Dance JUNIORS zeigen gleich mehrere Stücke. Bei ihrem ersten Auftritt in Italien zeigt die Juniorkompanie im Studiotheater (um 20.00 Uhr) Moves for future mit Choreografien von Nacho Duato, Eric Gauthier und Shori Yamamoto. Abschließend ist um 21 Uhr im Großen Saal des Stadttheaters Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart in The Seven Sins zu sehen, eine diabolische Tanzinterpretation der sieben Todsünden, wofür der künstlerische Leiter Eric Gauthier die Crème de la Crème der internationalen Choreografie-Szene zusammengetrommelt hat.

Immer am 29. Juli, präsentiert Alessandro Sciarroni im NOI Techpark zum ersten Mal sein neues Werk Op.22 No.2 zur Lemminkäinen Suite (Der Schwan von Tuonela) des finnischen Komponisten Jean Sibelius (zwei Vorführungen um 18.00 und 19.30 Uhr). Das für die herausragende Tänzerin Marta Ciappina geschaffene gefühlsintensive Solo rankt sich um die Themen Tod und Wiedergeburt. Um 18.30 Uhr zeigt der NOI Techpark den Dokumentarfilm Will you still love me tomorrow? von Matteo Maffesanti über Sciarronis erfolgreiches Schuhplattler-Stück Folk-s, das auch in Bozen zu sehen war, wo Teile der Dokumentation gedreht wurden.

Zum Abschluss des Festivals Tanz Bozen 2022 zeigt Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart ein mehrteiliges Tanzspektakel der Sonderklasse zu den Sieben Todsünden. In dem mitreißenden Stück The Seven Sins wird jede Todsünde – nach der christlichen Überzeugung in der Lage, die menschliche Seele zu zerstören – in eine Originalchoreografie übersetzt. Daraus flechten die fähigen Hände und visionären Geister der Choreografen ein diabolisches Gesamtwerk, das Dante auf direktem Wege in die Hölle verbannt hätte. Die Kanadierin Aszure Barton beschäftigt sich mit der Faulheit, der belgisch-marokkanische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui mit der Habgier, die Israelin Sharon Eyal mit dem Neid, der Spanier Marcos Morau mit dem Hochmut, während die deutsche Sasha Waltz sich auf den Zorn konzentriert. Völlerei und Wolllust sind die Sünden, die von den beiden Artists-in-residence bei Gauthier Dance, dem Deutschen Marco Goecke und dem aus Israel stammenden Hofesh Shechter, tänzerisch umgesetzt werden.

Im Theater Studio ist zum ersten Mal außerhalb der Grenzen Deutschlands die Nachwuchskompanie Gauthier Dance JUNIORS zu sehen. Das jüngste Projekt von Eric Gauthier ist aus dem Wunsch heraus entstanden, den Nachwuchs zu professionalisieren und den Dialog auf Augenhöhe mit dem jugendlichen Publikum zu stärken. Die sechs herausragenden Tänzerinnen und Tänzern zwischen 18 und 21 Jahren, die in weltweiten Auditions von Gauthier ausgewählt wurden, zeigen ein eigens kreiertes, gemischtes Programm aus sehr persönlichen Arbeiten von Nacho Duato (das Duett Rassemblement), Eric Gauthier (das Solo Everybody’s Somebody) und Shori Yamamoto, Tänzer bei Gauthier Dance mit einer stetig wachsenden Begeisterung für die Choreografie (das Duett Feed Your Dino Baby). Überraschung hält zudem die Moderation durch Eric Gauthier selbst bereit, der wie immer den Kontakt zum Publikum suchen wird.

Am Nachmittag ist das Festival im NOI Techpark mit zwei Werken eines weiteren Publikumslieblings von Tanz Bozen, Alessandro Sciarroni, zu Gast. Op.22 No.2 ist ein kurzes Solo zu den Themen „Sterbender Schwan“ und „Transformation“, das er für die Tänzerin Marta Ciappina geschrieben hat und in Bozen Premiere feiert. Das Werk stützt sich auf die Lemminkäinen Suite, ein sinfonisches Gedicht des finnischen Komponisten Jean Sibelius und hier vor allem auf den zweiten Satz, der den Titel Der Schwan von Tuonela trägt. Mithilfe der Musik zeichnet der Komponist das Bild eines mysteriösen Schwans, der die Insel der Toten Tuonela umschwimmt. Aus diesem Bild konstruiert Sciarroni eine detailreiche Studie eines Frauenkörpers, der zwischen Zerbrechlichkeit und Kraft allen Widrigkeiten trotzt (zwei Vorführungen um 18.00 und 19.30 Uhr).

Um 18.30 Uhr wird der Dokumentarfilm Will you still love me tomorrow? des Regisseurs Matteo Maffesanti gezeigt, der den Entstehungsprozess von Alessandro Sciarronis Erfolgsstück Folk-s zeigt. Die Kommentare des Choreografen und der Tänzer:innen begleiten die Bilder und erzählen von einer gemeinsamen Reise, beginnend mit Gedanken darüber, was Volkstänze so faszinierend macht, dass sie bis in die heutige Zeit überliefert wurden, wie etwa die Tradition des Schuhplattlers. In der 50-minütigen Dokumentation, die zum ersten Mal gezeigt wird, sind Originalaufnahmen der Nachforschungen und der Probenphase sowie Mitschnitte der Aufführungen (darunter jene bei Tanz Bozen im Jahr 2021) zu sehen (in italienischer Sprache mit englischen Untertiteln). Der Eintritt ist frei.

www.bolzanodanza.it

Von: mk

Bezirk: Bozen

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