Unter der Leitung von Samuele Lastrucci

Haydn Orchester spielt Vivaldi, Rameau, Mozart und Rigel

Mittwoch, 01. Juni 2022 | 16:22 Uhr

Brixen – Ein Ausflug in das 18. Jahrhundert, der im Barock beginnt und in der frühen Klassik endet: Am 3. Juni
gastiert das von Samuele Lastrucci dirigierte Haydn Orchester im Forum Brixen. Das Konzert im Rahmen des 51. Festivals Geistlicher Musik beginnt dort um 20.00 Uhr.

Antonio Vivaldis Sinfonia „Al Santo Sepolcro“ leitet diesen Abend ein. Der Titel des Werks verweist auf die Einleitungssinfonien der Anfang des 18. Jahrhunderts in Wien entstandenen Oratorien, die in der Karwoche vor einem Nachbau des Grabs Christi („il santo sepolcro“) aufgeführt wurden. Bemerkenswert ist der Verzicht auf den basso continuo: Vivaldi legt ausdrücklich fest, dass dieses Werk „ohne Orgel und Cembalo“ zu spielen sei, als wolle er sich von gewissen, durch den Generalbass erzeugten, Klangeffekten distanzieren. Zu viel rhythmischer „Antrieb“ ist in der damaligen Kirchenmusik nicht gern gesehen: So begleiten in einigen Notendrucken des 18. Jahrhunderts Abbildungen des Teufels den Continuo-Einsatz.

Darauf folgt mit Jean Philippe Rameaus heiterer Suite aus der Ballett-Komödie „Platée“ eine höfische Unterhaltungsmusik, die 1745 anlässlich der Hochzeit zwischen dem Sohn von Louis XV und der spanischen Infantin Maria Theresia im Großen Marstall des Schlosses von Versailles uraufgeführt wurde. Mit Mozarts 25. Sinfonie und Henri-Joseph Rigels Sinfonie in c-Moll endet das Konzert mit zwei Stücken, die der musikalischen Periode des „Sturm und Drang“ nahestehen. Rigel wurde 1741 in Wertheim in Deutschland geboren und übersiedelte im Alter von 26 Jahren nach Frankreich. Er schrieb zahlreiche Opern und Instrumentalwerke, die – wie Mozarts Musik – auch im Programm der Concerts spirituels Paris zu hören waren.

Samuele Lastrucci wurde 1994 geboren, studierte barocke Aufführungspraxis an der Musikschule in Fiesole und besuchte später Meisterkurse am Centre de musique baroque in Versailles. Von 2015 bis 2020 war er künstlerischer Leiter des Da Vinci Baroque Festivals in der Toskana. 2017 gründete er ein Barockensemble, das nach dem Gran Principe Ferdinando de’ Medici benannt ist, der Alessandro Scarlatti und Giacomo Antonio Perti als Mäzen förderte, dem Vivaldi seine Konzertsammlung „Estro armonico“ widmete und für den Bartolomeo Cristofori das erste Klavier gebaut hatte. Die Musici del Gran Principe widmen sich – mit zahlreichen Erstaufführungen – dem toskanischen und französischen Barockrepertoire. 2018 war Samuele Lastrucci Assistent von Alessandro Quarta beim Festival Urbino Musica Antica. Seit 2018 arbeitet er als Assistent von Federico Maria Sardelli bei italienischen Festivals und Theatern und leitet die Cappella Musicale der Chiesa dei Ss. Michele e Gaetano in Florenz.

Von: bba

Bezirk: Eisacktal

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