Hinterlegung eines Blumengebindes am Grab von Andreas Hofer

Heimatbund besucht Ausstellung “Front- Heimat”

Montag, 20. Juli 2015 | 17:31 Uhr

Innsbruck – Der Südtiroler Heimatbund (SHB) besuchte unlängst die Sonderausstellung „FRONT- HEIMAT/ Tirol im ersten Weltkrieg“ im Tiroler Landesmuseum in Innsbruck. Ebenso auf der Tagesordnung des diesjährigen Ausfluges stand die Hinterlegung eines Blumengebindes am Grab des bekanntesten Tiroler Freiheitskämpfers als auch ein gemeinsames Mittagessen mit dem Innsbrucker Gemeinderat RA Markus Abwerzger und dem Südtiroler Landtagsabgeordneten Sven Knoll. Auf der Seegrube über den Dächern von Innsbruck wurde dann noch etwas Abkühlung gesucht.

Empfangen wurden die Mitglieder des SHB am frühen Vormittag von Dr. Claudia Sporer-Heis, Kustodin und Kuratorin der Tiroler Landesmuseen, sowie Mag. Manfred Schwarz, Historiker und Kulturvermittler, am Eingang des Tiroler Landesmuseums in Innsbruck. In einem Rundgang durch die Sonderausstellung schilderten die beiden Fachleute den SHB- Mitgliedern anhand von Bildern, Exponaten und Gegenständen aus dieser Zeit die schrecklichen Weltkriegsjahre 1914- 1918 für die Einwohner Tirols. Anhand von ausgestellten Brotkarten, Sterbebildchen und anderen Exponaten konnte sich jeder das Leid dieser Zeit selbst ausmalen. Der Verlust der Einheit Tirols stand dann am Ende dieses Bruderkrieges.

Zum gemeinsamen Mittagessen begrüßte dann Roland Lang, in seiner Eigenschaft als Obmann des SHB, den Südtiroler Landtagsabgeordneten Sven Knoll und den Landesobmann der FPÖ Tirol und Innsbrucker Gemeinderat RA Markus Abwerzger. Entschuldigt hatten sich die Bürgermeisterin von Innsbruck, Frau Mag.a  Christine Oppitz-Plörer wegen anderweitiger Verpflichtungen sowie der Landesobmann des Tiroler Seniorenbundes Helmut Kritzinger.

In seiner Antwort auf die Einladung schrieb der ehem. Freiheitskämpfer Kritzinger: „Sehr geehrter Herr Lang, vielen Dank für die Einladung am 19. Juli. Leider kann ich nicht teilnehmen, da ich schon seit längerem den Termin für eine andere Angelegenheit zugesagt habe. Ich freue mich aber, dass der Südtiroler Heimatbund das Grab unseres Vorbildes und Patrioten Andreas Hofer in der Hofkirche besucht. Ich wünsche einen guten Verlauf des Aufenthaltes in unserer großen, wunderschönen Landeshauptstadt. Mit besten Grüßen Helmut Kritzinger,
Landesobmann Tiroler Seniorenbund“.

In einer kurzen Rede ging Gemeinderat Abwerzger auf die Beweggründe seines Beschlusses für eine Luis- Amplatz- Straße in Innsbruck ein und dankte allen anderen Parteien, die den Beschluss im Innsbrucker Gemeinderat unterstützt hatten. Wann genau die Straßenbenennung erfolgen wird, konnte der Gemeinderat, der im Oktober dieses Jahres in den Tiroler Landtag wechseln wird, den anwesenden leider nicht sagen. Er befindet sich nun  jedenfalls auf der Warteliste, so der FPÖ- Politiker.

Abg. Sven Knoll ging in seinem Grußwort auf das Abstimmungsverhalten der Südtiroler Volkspartei im Zusammenhang mit dem Landeskulturgesetz unlängst im Südtiroler Landtag ein und bezeichnete es als Trauerspiel. „Es ist bedauerlich, dass die Südtiroler Volkspartei in Sonntagsreden immer wieder die Europaregion Tirol beschwört und in der Tat jedoch nicht bereit ist, sich auf die eigene Tiroler Identität zu besinnen, während in Nord- und Osttirol die geistig kulturelle Einheit von Tirol bereits in der Präambel der Tiroler Landesordnung festgeschrieben ist. Ich schäme mich für meine eigenen Landsleute!“ so der Abgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit.

Weitere Themen währen des Mittagessens waren selbstverständlich das Selbstbestimmungsrecht, ein Schlussstrich unter der Strafverfolgung der Südtiroler Freiheitskämpfer und die doppelte Staatsbürgerschaft. Eine Ehrerbietung für den bekanntesten Tiroler Freiheitskämpfer war dann der Besuch seines Grabes in der Hofkirche. „Treu zu Tirol“ stand auf der Schleife eines weißroten Blumengrußes des SHB für Andreas Hofer. Gedacht wurde dort in einer Schweigeminute auch des verstorbenen Freiheitskämpfers Peter Kienesberger.

Am Nachmittag ging es dann mit der Nordkettenbahn zur körperlichen und politischen Abkühlung auf die Seegrube. Hier präsentierte sich die Landeshauptstadt aus der Vogelperspektive. Nach einer Marende in einem originalen Innsbrucker Lokal wurde am Abend die Heimreise angetreten. Der Obmann zeigte sich in seinen Abschiedsworten erfreut darüber, dass sich wieder so viele Mitglieder aus Süd-, Nord- und Welschtirol für diese Fahrt angemeldet hatten. Auch dem Ziehorgelspieler zollte er hohe Anerkennung, im Gegensatz zu den Gesangsqualitäten der SHBler. Diese gelte es bei Gelegenheit eben durch öfteres singen zu verbessern, bemerkte dazu lachend ein Freiheitskämpfer.

Von: ©mk