Künstler spielt auf Zerbrechlichkeit mächtiger Institutionen an

Huang Yong Ping zeigt 18-Tonnen-Skulptur aus Sand und Zement

Mittwoch, 02. Mai 2018 | 10:30 Uhr

18 Tonnen schwer und doch zerbrechlich: Mit einer massiven Skulptur aus Sand und Zement spielt der chinesische Künstler Huang Yong Ping auf die Zerbrechlichkeit mächtiger Institutionen an. Die in New York ausgestellte Arbeit “Bank of Sand, Sand of Bank” ist eine dreieinhalb Meter hohe Nachbildung der früheren HSBC-Bank in Shanghai.

Der in Paris lebende Huang verwandelt das Gebäude, das für Sicherheit und Macht stehen soll, in eine “verletzliche und vergessene Ruine, die scheint, als könne sie jeden Moment einstürzen”, so die Gladstone Gallery. Die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit lege die turbulente Vergangenheit des Baus offen. Rund um die sechs Meter lange, vier Meter breite Skulptur bröckeln Sandklumpen. “Ich glaube nicht, dass ein großer Brocken abfallen würde – es sei denn, es gibt ein Erdbeben”, versicherte ein Sprecher der Galerie am Dienstag. Das Gebäude in Shanghai diente später auch als Regierungsgebäude und Sitz einer weiteren Bank.

Huang hat bereits häufiger Orte besucht, die als Symbole für Macht oder Machtverlust verstanden werden. Darunter sind das Kolosseum in Rom, der Sitz des US-Militärs im Pentagon bei Washington und das Versteck des 2011 getöteten Terrorchefs Osama Bin Laden im pakistanischen Abbottabad. Huang hatte seine Skulptur erstmals im Jahr 2000 auf der Biennale in Shanghai gezeigt.

Von: APA/dpa