Jugendliche setzen sich gegen Diskriminierung ein

„Ich bin kein Opfer!“: Foto- und Videoprojekt

Mittwoch, 22. April 2015 | 18:39 Uhr

Bruneck – Pustertaler Jugendliche haben sich im  Zuge eines Projektes des Jugenddienstes Bruneck mit dem Thema Diskriminierung auseinandergesetzt. Dazu wurden im Rahmen eines Erasmus+ Programmes im Austausch mit dem Verein komm!unity aus Wörgl die Lebensschicksale betroffener Jugendlicher aufgegriffen und auf eine ganz eigene Art und Weise erzählt. „Meiner Meinung nach steht der Begriff Diskriminierung bei uns zwar im Raum, jedoch wird nur selten darüber gesprochen. Deshalb finde ich es wichtig, die Menschen mit solchen Projekten darauf aufmerksam zu machen und zum Nachdenken anzuregen“, so Lea Rigo, Mitglied der Projektgruppe.

Zum einen wurde ein Fotoprojekt initiiert. „voll.schwul“ oder „voll.brutal“ sind nur zwei der Themen, welche in Bildern und Texten künstlerisch aufgearbeitet wurden. „Ich bin kein Opfer. Meine Entscheidung, die Opferrolle zu verlassen, veränderte mein Leben“, so die Aussage einer Jugendlichen, welche ihre Geschichte im Rahmen des Projektes teilt. Für die Projektgruppe war es wichtig, die Betroffenen nicht als Opfer darzustellen, sondern als starke Persönlichkeiten, welche zu ihrer Geschichte und Individualität stehen. Es wird keine Bejahung ihres Andersseins erwartet, sondern Respekt, Akzeptanz und Verständnis.

Zum anderen wurde ein Tanzvideo gedreht. Dieses soll den Weg vom „gegeneinander“ zum „miteinander“ aufzeigen. „In unserer Gesellschaft gibt es oft zwei oder mehrere Gruppen. Diese Gruppen stellen wir im Video mit den Farben Schwarz und Weiß dar, denn Viele denken oft nur in schwarz und weiß und vergessen dabei die verschiedenen Farben dazwischen. Wir wollten zeigen, dass wenn aus einem Gegeneinander ein Miteinander wird, viele schöne Dinge entstehen können“, erklärt Mirjam Plank, welche gemeinsam mit Julia Taschler die Choreografie erarbeitet hat. Das Tanzvideo kann auf dem YouTube Kanal des Jugenddienstes Bruneck angesehen werden.

„Ich hoffe, dass wir mit der Initiative Menschen auf das Thema Diskriminierung und seine Facetten aufmerksam machen können und dass es positive Auswirkungen auf ihr Handeln hat. Das Projekt ermöglichte auch mir, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und es hat mir in manchen Ansichten die Augen geöffnet“, erklärt Lea Rigo ihre Teilnahme am Projekt.

Die Jugendlichen rund um den Jugenddienst Bruneck wollen mit dem Projekt ein Zeichen setzen, ein Zeichen für die Individualität und gegen die Diskriminierung. „In unserer Gesellschaft ist Diskriminierung alltäglich. Manchmal merken wir es nicht, dass andere erniedrigt, ausgeschlossen und gedemütigt werden“, so Mirjam Plank.

Von: ©lu

Bezirk: Pustertal