Appell für offene Grenzen am Brenner

Italienerin wandert auf Goethes Spuren: In Innsbruck eingetroffen

Dienstag, 19. September 2017 | 18:35 Uhr

Die 68-jährige italienische Bergführerin, Vienna Cammarota, wandert seit 25. August auf den Spuren Goethes vom tschechischen Karlsbad nach Süditalien. Am Dienstag hat die Frau die österreichische Grenze überquert und Innsbruck erreicht – entlang der Isar durch Wälder und kleinere Gemeinden.

“Ich wandere bei jedem Wetter”, berichtete die Italienerin im Gespräch mit der APA. “Es ist nicht so einfach, weil das Wetter schlecht ist.” Es habe während ihrer Tour sogar geschneit. Aber: “Es ist eine Freude, die Wege zu beschreiten, die Goethe bei seiner Italien-Reise befahren hatte.” Der Kontakt zu den Menschen, die sie auf dem Weg treffe, sei für sie besonders wichtig.

Mehr als 2.500 Kilometer will Cammarota zurücklegen und vier Länder bis Paestum in Süditalien mit seinen griechischen Tempeln durchqueren. Sie folgt dabei den Weg, den Goethe für seine Italienreise ab 3. September 1786 wählte. Nach Innsbruck wird Cammarota den Brenner überqueren und Südtirol erreichen. Sie will dabei einen Appell für offene Grenzen an die Tiroler richten. Cammarota mag die Tiroler Berge, wo sie oft zum Langlaufen war.

Die Wanderin wird Ende September den Gardasee, der Goethe stark beeindruckt hatte, und später die 2016 von einem Erdbeben zerstörte Kleinstadt Amatrice erreichen. Die Reise soll Mitte Oktober im kampanischen Felitto, Heimatort der Bergführerin, zu Ende gehen. Mit einem zehn Kilo schweren Rucksack ist Cammarota unterwegs. Kein GPS-Gerät, sondern lediglich eine Landkarte führt sie bei sich.

Als Bergführerin ist Cammarota an lange Wanderungen gewöhnt. Sie hat bereits einen Monat in Neapel und Tibet verbracht und Reisen durch Israel, Patagonien und Madagaskar unternommen. Sie hegt auch schon weitere ehrgeizige Projekte. Im kommenden Jahr will sie auf den Spuren Marco Polos den Seidenweg von Venedig bis China beschreiten.

Mit ihrer Wanderung will die Süditalienerin auch ein Vorbild für Frauen sein. Ihr Botschaft lautet, dass Frauen unabhängig von ihrem Alter alles machen können, wenn sie es wirklich wollen.

Von: apa

Bezirk: Wipptal

Kommentare

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6 Kommentare auf "Italienerin wandert auf Goethes Spuren: In Innsbruck eingetroffen"


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enkedu
enkedu
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

1. Frage: kann sie wenigstens deutsch? Sonst reden wir gar nicht weiter über Goethe.

nikolaus
nikolaus
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Und dann lega nord wählen ?

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@nikolaus ..nicht mal im Vollrausch. Aber an den Nikolaus glaub ich auch nicht mehr. 😂

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Ob Cammarota weis, dass der Brenner eine Unrechtsgrenze ist?
Das Süd-Tirol nicht Italien ist, und es NIE werden wird?

Ralph
Ralph
Tratscher
1 Monat 3 Tage

die Grenzen sind offen. ohne papiere kann man sich aber nie in ein fremdes land begeben

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
1 Monat 4 Tage

egal wie dicht du bist,

goethe war dichter!

Mr. Green

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