Preis an Franco für Tragikomödie "The Disaster Artist"

James Franco gewinnt die “Goldene Muschel”

Samstag, 30. September 2017 | 23:13 Uhr

Hollywood-Star James Franco hat am Samstagabend auf dem 65. Internationalen Filmfestival von San Sebastian die “Goldene Muschel” für seine urwitzige, grandios inszenierte Tragikomödie “The Disaster Artist” erhalten. Der Historienfilm “Licht” der österreichischen Regisseurin Barbara Albert, der ebenfalls zu den Favoriten für die “Goldene Muschel” gehörte, ging hingegen leer aus.

James Francos Film handelt vom Making-Off zum Film “The Room” von Tommy Wiseau aus dem Jahr 2003. “The Room” ging als schlechtester Film aller Zeiten in die Filmgeschichte ein. Doch waren die Schauspieler so schlecht, die Dialoge so schlimm und die Drehbuchfehler so haarsträubend, dass der Streifen zum Kultfilm wurde und fast 14 Jahre in den US-Kinos lief.

James Franco führte nicht nur die Regie. Der US-Schauspieler, der aus Filmen wie “Spider-Man”, “Planet der Affen” oder “127 Hours” bekannt ist, galt für seine herausragende Interpretation von Tommy Wiseau auch als einer der Favoriten für den Preis als “bester Darsteller”. Diese Auszeichnung ging allerdings an den rumänischen Schauspieler Bogdan Dumitrache, der in dem Familiendrama “Pororoca” auf enorm sensible Weise den Albtraum eines Vaters darstellte, dessen Tochter spurlos beim Spielen im Park verschwand und nie wieder auftauchte.

Auch Maria Dragus (“Das weißen Band” von Michael Haneke), die in Barbara Alberts Film “Licht” die blinde Pianistin Maria Theresia Paradis interpretierte und hoch im Kurs für die Auszeichnung als “beste Schauspielerin” stand, konnte sich nicht durchsetzen. Die “Silberne Muschel” für die beste Darstellerin ging an die Argentinierin Sofia Gala Castiglione für ihre grandiose Interpretation im Prostitutions-Drama “Alanis”. Gala Castiglione stellte die Prostituierte Alanis auf der Suche nach ihrer Würde und im Kampf für ihren Sohn dar.

Die Regisseurin des Films, Anahi Berneri, erhielt zudem den diesjährigen Regie-Preis. Berneri ist die erste Filmemacherin in der 65-jährigen Festivalgeschichte, die mit dieser Auszeichnung gekürt wurde. Der begehrte Jurypreis ging an den baskischen Festivalbeitrag “Handia”, der die dramatische Geschichte eines zu schnell und hochwachsenden Buben erzählte.

Als “bestes Drehbuch” wählte die Jury unter Vorsitz von Hollywood-Star John Malkovich die argentinischen Filmemacher Diego Lerman und Maria Meira für ihr bewegendes Adoptions-Drama “Una especie de familia”. Unterdessen wurden die beeindruckenden Schwarz-Weiß-Bilder von Florian Bauhaus in dem Film “Der Hauptmann” mit dem Preis für die “Beste Fotografie” ausgezeichnet. In “Der Hauptmann” erzählt der deutsche Hollywood-Regisseur Robert Schwentke die wahre und damit umso erschütternde Geschichte eines Deserteurs, der sich in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs eine “Hauptmanns”-Uniform aneignet und hinter der Front unglaubliche Kriegsverbrechen begeht.

Schwentkes Landsmann, der große deutsche Filmemacher Wim Wenders, enttäuschte hingegen mit seinem Festival-Eröffnungsfilm “Submergence” mit Alicia Vikander und James McAvoy in den Hauptrollen. Auch in diesem Jahr waren wieder viele internationale Stars auf dem Festival von San Sebastian zu sehen, das neben Berlin, Cannes und Venedig zu den bedeutendsten Filmfestivals der Welt gehört. Arnold Schwarzenegger stellte seine Unterwasser-Dokumentationsfilm “Wonders of the Sea” vor, Penelope Cruz und Javier Bardem ihre Pablo-Escobar-Verfilmung “Loving Pablo”. Am Samstag ging das Festival im nordspanischen Baskenland mit dem Streifen “The Wife” zu Ende, den Hollywood-Star Glenn Close in San Sebastian vorstellte.

Die Donostia-Festival-Ehrenpreise wurden in diesem Jahr an Monica Bellucci, den argentinischen Charakter-Darsteller Ricardo Darin und an die belgische Regisseurin Agnes Varda verliehen. Spaniens Hollywood-Star Antonio Banderas wurde in San Sebastian mit dem spanischen Filmpreis geehrt. Der Internationale Fipresci-Filmkritikerpreis für den “besten Film des Jahres” wurde zur Festivaleröffnung den finnischen Regisseur Aki Olavi Kaurismäki für seinen Streifen “Die andere Seite der Hoffnung” verliehen.

Von: apa

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