Skulpturen, Grafiken, Zeichnungen

Kastelbell: Ausstellung “3-dimensional” regt zum Kulturaustausch an

Mittwoch, 29. April 2015 | 17:56 Uhr

Kastelbell-Tschars – Mit der Frühjahrsausstellung 2015 greift der ambitionierte Kulturverein Kuratorium Schloss Kastelbell die Anliegen der Euregio-Politik hinsichtlich eines forcierten grenzüberschreitenden Kunst- und Kulturaustauschs auf und regt mit der Ausstellung „3-dimensional“ zu einem Kulturaustausch der Regionen südlich und nördlich des Brenners sowie des Trentinos an. Der Titel der Ausstellung stellt zum einen den Bezug zu den drei Regionen – vertreten durch drei Künstler – her, zum anderen wird unmissverständlich auf den Schwerpunkt – das dreidimensionale Schaffen – aufmerksam gemacht.

Die drei Protagonisten Josef Kostner aus St. Ulrich im Grödental, Magnus Pöhacker aus Hall in Tirol und Simone Turra aus Transaqua im Trentino sind als Vertreter der drei Regionen ausgewählt. Allen ist die menschliche Figur ein Hauptanliegen in ihrem plastischen Schaffen. Generationsbedingte, regional- traditionsbezogene, schulisch-akademische Einflüsse und Unterschiede tun sich dem Betrachter im vergleichenden Dialog auf. Im gemeinsam gestalteten Teil der Präsentation, der dem Thema „Köpfe“ gewidmet ist, wird diese Art des „Aufeinandertreffens“ besonders spannend. Der Bogen spannt sich ausgehend von einem durchaus realistisch – wirklichkeitsnahen Bildnis über eine Bildreduktion, die in letzter Konsequenz auch den Charakter übersteigerter Expressivität bis hin zur Abstraktion erfährt.

Die Schlossräume im oberen Stockwerk bieten jedem Künstler die Gelegenheit, in einem von ihm gestalteten Raum Einblicke auf werkbestimmende und werkmitbestimmende Arbeiten zu gewähren. Obwohl das kunstphilosophische Denken der drei Bildhauer, gemeint ist die Begegnung mit der menschlichen Figur, auf ähnliches Interesse stoßt, kommt eine sehr variantenreiche, äußerst persönliche Auffassung und Umsetzung des Themas zum Tragen. Das Zurückgreifen auf verschiedene Materialien, wie Bronze, Keramik, Marmor u.a.m. sowie das dadurch bedingte unterschiedliche Eingehen auf die material immanenten Eigenschaften, verspricht spannende Aspekte im plastischen Gestalten erfahren zu können.

Neben Arbeitsblättern und Werkzeichnungen, die erläuternd und aufschlussreich die skulpturale Herangehensweise begleiten, vervollständigen auch druckgrafische Arbeiten, Kohle- Bleistift- und Buntstiftzeichnungen die jeweilige Saalgestaltung, wobei letztgenannte den Titel eigenständiger Arbeiten in Anspruch nehmen können.

Erstmalig wird der Schlosshof in das Raumkonzept mit aufgenommen, ein zum Teil fast notwendig gewordenes Kalkül, da man wegen Gewicht und Größe der Skulpturen an die Grenzen der Transport- und Platzmöglichkeiten – durch die alte Bausubstanz des Schlosses bedingt – stößt.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog, der neben Beiträgen des zuständigen Kulturlandesrats Philipp Achammer und des Obmanns des Kuratoriums Schloss Kastelbell Georg Wielander einen Einführungstext der Koordinatorin Elisabeth Maireth beinhaltet. Ein ausführlicher Bildteil (Abbildungen der Werke zur Ausstellung sowie werkbegleitende Abbildungen) wird durch biografische Daten ergänzt. Erläuternde Textbeiträge, die von Kunstfreunden, Kritikern und Kunstpublizisten für die Künstler und deren Arbeit verfasst wurden, runden die Dokumentation ab. Der Katalog erscheint wie immer zweisprachig.

Schloss Kastelbell
19.4. – 7.6.2015
Öffnungszeiten
14.00 – 18.00 Uhr, Di – Sa
11.00 – 18.00 sonn- und feiertags

Von: ©mk

Bezirk: Vinschgau