Entspannte Kinder lernen leichter

Klangvoller Abschluss

Sonntag, 29. Mai 2022 | 14:08 Uhr

Sexten – „Klangschalen berühren unser Innerstes und bringen die Seele zum Schwingen“, davon ist Margit Moser überzeugt. Sie war die Referentin beim letzten Vernetzungscafé des Intereg-Projektes BILOG-Bildung ohne Grenzen. Fühlbarer Klang löst Spannungen, mobilisiert die Selbstheilungskräfte und hat positive Auswirkungen auf unsere Lebensfreude, auf unseren Selbstwert, unsere Motivation, und auf die sozialen Kompetenzen. Bereits wenige Minuten täglich tragen zum Wohlbefinden bei.

Mit diesem Nachmittag im Kindergarten Sexten/Moos endete das Projekt. In kurzen Grußworten drückte Thomas Summerer als Bürgermeister der Gemeinde Sexten seine Wertschätzung für diese Initiative aus und bedauerte, dass damit der letzte Programmpunkt in der Veranstaltungsreihe abgehakt war: „Die Zusammenarbeit der Ost- und Südtiroler Gemeinden, der Blick über die Grenzen erweitert die eigene Perspektive und bringt allen Beteiligten einen Mehrwert.“

Unterschiede und Gemeinsamkeiten als Chance

Vor genau sechs Jahren haben die Kindergartenleiterinnen Irmgard Brugger (Innichen) und Edith Lanser (Assling) festgestellt, dass die Arbeitskontexte und Weiterbildungsangebote in den beiden Projektregionen sehr unterschiedlich sind. Ihre Überlegungen waren: Was kann man daraus als Anregung und Möglichkeit zur Verbesserung mitnehmen?

Die Finanzierung übernahmen das Regionalmanagement Osttirol und die Bürgermeister von Assling und Prettau. „Die jüngsten Bürgerinnen und Bürger sind unserer Gemeinde ein besonderes Anliegen und deshalb unterstützten wir diesen grenzüberschreitenden Austausch“, erklärte der Prettauer Bürgermeister Robert Alexander Steger seine Beweggründe. Sämtliche Kindergärten der 33 Osttiroler Gemeinden und der 26 Gemeinden des Südtiroler Pustertals erhielten eine Einladung zu allen geplanten Projektaktivitäten. Der Kindergartensprengel Bruneck hat die Weiterbildungen und Treffen abseits der üblichen Angebote als Fortbildungen anerkannt.

Vorstellung und Start in Toblach

Bei einer Pressekonferenz in Lienz und bei einer Veranstaltung im Grandhotel Toblach haben die Initiatorinnen ihre Vorhaben präsentiert. „Das Projekt schafft Zugang zu Wissensaustausch und hat bei den jährlichen Vernetzungscafés in Kindergärten Ost- oder Südtirols und Fortbildungsseminaren mit namhaften Referenten Körper, Geist und Seele im Blick“ sagt Edith Lanser. Die zahlreichen Anmeldungen haben gezeigt, dass die Themen ansprechen.

Zum ersten Vernetzungscafé kamen die Pädagoginnen in den Kindergarten Toblach, Thema war die Musik. Bei den weiteren Treffen in Niederdorf, Abfaltersbach und Lienz/Debant blieb ebenfalls nach einem kurzen theoretischen Input Zeit zum Austausch, zur Erkundung der Räume, zu Gesprächen über Konzepte und Rahmenbedingungen.

Bindung und Bewegung fördert Bildung

Das erste zweitägige Seminar fand im April 2018 in Debant statt. Referent Klaus Schwarz vom traumapädagogischen Institut Graz hat im Vortrag die Anwendung von traumapädagogischen Methoden aufgezeigt, die den Aufbau von sicheren Bindungen unterstützen Dem Motopädagogen und Clown Christoph Heinzle ging es vor allem um das Praktische, in seinem Workshop lernten die Teilnehmerinnen jonglieren, auf Stelzen gehen und andere Übungen aus der Zirkuswelt. Sein Auftrag an die Pädagoginnen: „Erhaltet und fördert die motorische Geschicklichkeit der Kinder, sie sind ein wesentlicher Teil der Persönlichkeitsentwicklung!“

Dr. Shima Poostchi war im Frühjahr 2019 als Referentin zu Gast in der Bibliothek Innichen. Ihr Thema waren die Tugenden, die es in uns selbst und in anderen zu entdecken gilt. „Wir sind eine Seele und wir haben einen Körper, nicht umgekehrt. Es gilt, die innewohnenden Potentiale von Einzelpersonen und Teams zu fördern und zur Entfaltung zu bringen“, sagt sie.

Ende April 2022 ist nach zweijähriger Zwangspause Frau Prof. Dr. Zimmer, die international bekannte Professorin der Universität Osnabrück, nach Assling gekommen. „Wir müssen die Möglichkeiten des Kindes erkennen, nicht seine Begrenzungen“ das ist ihre Überzeugung. Körper- und Achtsamkeitsübungen mit Agnes Innerhofer sollten den Pädagoginnen helfen, fit und frei zu fühlen.

Abschluss und Ausklang

Mit dem Ausklang des heurigen Kindergartenjahres ist auch dieses Projekt zu Ende. Die Bereitschaft, dieses mitzugestalten und Interesse dafür zu zeigen hat dazu beigetragen, dass die gemeinsamen Fortbildungen und Treffen für Pädagoginnen, Kinder und ihre Familien einen Mehrwert gebracht haben, wie Bürgermeister Thomas Summerer es in seinen Grußworten beim Abschluss treffend formulierte. Die Erinnerungen an diese grenzüberschreitenden Veranstaltungen werden bleiben, auch einige stabile und nachhaltige persönliche Kontakte und Freundschaften.

Von: mk

Bezirk: Pustertal

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz