Highlight am 5. April 2022

Klassik-Star Giovanni Sollima in Bozen

Freitag, 01. April 2022 | 22:46 Uhr

Bozen – Ein Highlight gibt es am 5. April: Das Haydn Orchester tritt mit dem Klassik-Star Giovanni Sollima in Bozen auf.

Das Haydn-Orchester setzt seine Erkundungstour durch die Musikgeschichte mit einem herausragenden Konzert fort: Am Dienstag den 5. April tritt der Cellist Giovanni Sollima – und damit einer der renommiertesten Vertreter der zeitgenössischen Musikszene – im Konzerthaus Bozen als Dirigent und Solist mit dem regionalen Klangkörper auf. Das Konzert beginnt in Bozen um 20.00 Uhr und wird am Mittwoch den 6. April im Auditorium Santa Chiara in Trient (20.30 Uhr) wiederholt.

Der Abend beginnt mit einer Improvisation von Sollima und wird mit dem zweiten Cellokonzert von Joseph Haydn sowie mit Sollimas Werken „Hide und Orchestra“ und „Fecit Neap 17“ fortgesetzt. Am Ende steht das Konzert für Violoncello und Orchester in C-Dur von Gaetano Ciandelli – einem Lieblingsschüler von Paganini, der die italienische Cello-Schule im 18. Jahrhundert gegründet hatte.

„Paganini sprach von dem Cellisten Ciandelli enthusiastisch als ‚ein anderes Ich‘“, berichtet Giovanni Sollima, über diesen noch heute – völlig zu Unrecht – wenig beachteten Komponisten. Zu „Hide In Orchestra“ bemerkt Sollima: „Da ich aus dem Süden stamme, habe ich es gewagt, alte Verbindungen herzustellen oder wiederherzustellen, zwischen Haydn und Neapel, wobei ich auch und vor allem an Ferdinand IV. von Bourbon dachte, der die Orgelleier spielte, ein Instrument, für das Haydn mehrere Werke schrieb. „Hide In Orchestra“ ist eine winzige, von Haydn inspirierte Sinfonie, in der ich auf verschiedenes und darunter auch auf fragmentarisches Material zurückgreife und dieses zu einer Form reorganisiere, die ich als „Gerät“ bezeichnen würde und die in komprimierter Form dem Muster einer Haydn-Sinfonie folgt, einschließlich Einfällen in umgekehrter Richtung und mehr. Der Titel des Werks lässt natürlich, wenn er auf Englisch ausgesprochen wird, eine andere Bedeutung erklingen: Haydn Orchestra. Oder man kann sich über die Idee von „versteckten“ Objekten im Orchester seine Gedanken machen“.

Und zu „Fecit Neap 17“ sagt er: „Das Werk stammt aus dem Jahr 2013 (oder vielleicht auch aus einer früheren Zeit…) und ich habe es komponiert, um es mit Antonio Florio und seinem Ensemble, das damals noch „I Turchini“ hieß, aufzuführen und aufzunehmen. Das Stück geht auf das glorreiche 18. Jahrhundert der Cappella Vicereale in Neapel zurück, wobei ich mich natürlich weit weg bewege, zwischen intervallischen Modi und Polyrhythmen, da ich mich etwas weiter nach Osten und Süden bewege. Der Titel verweist auf die Etiketten, die zahlreiche Geigenbauer aus jener Zeit – einschließlich des sehr talentierten Gagliano – abfertigten, um sie später auszufüllen, wobei sie oft
die Namen anderer Geigenbauer (wie zum Beispiel Stradivari) verwendeten, kurz gesagt, ein erhabenes Konzept der Fälschung, das mich faszinierte“.

Giovanni Sollima ist ein international gefragter Cellist und der weltweit meistgespielte italienische Gegenwartskomponist. Er hat mit Künstlern wie Riccardo Muti, Yo-Yo Ma, Ivan Fischer, Patti Smith, Stefano Bollani oder Paolo Fresu zusammengearbeitet und war als Film- und Theaterkomponist für Regisseure wie Peter Greenaway, John Turturro, Bob Wilson, Carlos Saura, Alessandro Baricco oder Peter Stein tätig. Seit 2010 unterrichtet er an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. 2015 schuf er das „Klanglogo“ für die Expo in Mailand. Auf dem Gebiet der Komposition erforscht er verschiedene Genres mit antiken, orientalischen, elektrischen und eigenen Instrumenten. Dabei performt er in der Sahara ebenso wie unter Wasser oder mit einem Cello aus Eis. Giovanni Sollima spielt ein Instrument von Francesco Ruggeri (Cremona, 1679).

Von: bba

Bezirk: Bozen

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