Der Südtiroler Lukas Spisser intonierte Josef Haders grandioses "Menschen samma olle"

Landestheater NÖ feierte Saisoneröffnung mit Ensembleshow

Montag, 19. September 2016 | 17:30 Uhr

Zum Start der neuen Saison und der neuen Intendanz im Landestheater NÖ in St. Pölten ist am Samstag – einen Tag nach der ersten Premiere – zum ganztägigen Eröffnungsfest geladen worden. Open House, eine Kindertheater-Premiere, die Präsentation des Ensembles und Philipp Hochmairs theatral-musikalische Brachial-Performance “Jedermann reloaded” sorgten für reges Besucherinteresse.

Wenig Einsehen mit den Open-Air-Ambitionen des Programms hatte Petrus: Noch am Nachmittag wurde die Freiluftbühne am Rathausplatz wegen der ungewissen Witterung abgebaut, was den verspäteten Beginn der Ensembleshow zur Folge hatte. Neo-Intendantin Marie Rötzer delegierte Gastgeberrolle und Vorstellung der Ensemblemitglieder an Tim Breyvogel, der die Moderation seiner Kolleginnen und Kollegen sympathisch unkapriziös von der Loge aus übernahm.

Zum aktuellen Ensemble zählen einige bekannte und etliche neue Gesichter, wie etwa der junge Tobias Artner, der mit seinem Song “Künstler sind nicht überflüssig” punktete, die ebenfalls aus Berlin stammende Zeynep Bozbay (“Was willst du denn in Wien?”) oder der gebürtige Wiener Stanislaus Dick, der ein niederösterreichisches Volkslied gekonnt sampelte. Der Südtiroler Lukas Spisser intonierte Josef Haders grandioses “Menschen samma olle”, Helmut Wiesinger und Othmar Schratt als verbliebene Schauspieler rezitierten einen Text von Giannis Ritsos (“Frieden”). Weiters in St. Pölten mit dabei: Bettina Kerl, Michael Scherff, Katharina Knap und Vidina Popov.

Mit der “Jedermann”-Rockshow hatte Rötzer für diesen Abend noch einen starken Trumpf im Ärmel: Hofmannsthals Mysterienspiel als ekstatisches, bisweilen trommelfellerschütterndes Event, die Band “Die Elektrohand Gottes” sorgt für schwergewichtigen Background, Hochmair – ganz und gar in Popstar-Attitüde mit schwarzer Glitzerjacke, Totenkopfgürtel und Army-Hose, luxuriös angekündigt von Johannes Silberschneider – trinkt aus der Sektflasche auf St. Pölten, die “neue Heimat Niederösterreich” und auf Marie Rötzer, ehe er sich ins intensive Geschehen wirft und den neureichen Geldprotz samt diversen Nebenfiguren mimt – bis zum bitteren Ende. Doch das war nur ein vorläufiges, mündete der Abend doch noch in eine überlebensfreudige Party.

(S E R V I C E – St. Pölten, Landestheater Niederösterreich, www.landestheater.net)

Von: apa

Bezirk: Bozen

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