Elfriede Jelinek kämpft für ihren Kollegen

Literaten fordern Freiheit für Liu Xiaobo

Mittwoch, 28. Juni 2017 | 11:57 Uhr

Schriftsteller wie die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, Salman Rushdie oder Ian McEwan setzen sich für eine Ausreise des kranken chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo ein. Rund 100 Autoren aus allen Kontinenten hätten einen Appell an die chinesische Regierung unterzeichnet, teilte Ulrich Schreiber vom Internationalen Literaturfestival Berlin mit.

Auch die in Berlin lebende Österreicherin Eva Menasse oder Nobelpreisträgerin Herta Müller finden sich auf der Liste. Sie fordern die Freiheit für den 61-jährigen, an Leberkrebs erkrankten Liu Xiaobo. “Er und seine Frau Liu Xia haben den Wunsch geäußert, nach Deutschland auszureisen, um medizinische Hilfe für beide zu bekommen – denn auch Liu Xia, die seit Jahren unter Hausarrest steht, ist schwer erkrankt”, heißt es in dem Appell.

“Der Wunsch der beiden geht soweit, dass Liu Xiaobo sagt, er möchte – selbst wenn er sterben muss – nicht in China sterben. Und Liu Xia sagt, dass sie nicht länger in China leben möchte.” Die Zeit sei knapp. “Wir appellieren dringend an die chinesische Regierung: geben Sie diesen beiden Menschen die Freiheit, das Land zu verlassen!”

Der erkrankte Liu Xiaobo wurde aus der Haft entlassen und in ein Krankenhaus verlegt – wirklich “frei” ist er nicht. Der Bürgerrechtler war 2009 wegen “Untergrabung der Staatsgewalt” zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er erhielt 2010 den Friedensnobelpreis.

Von: APA/dpa

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