Anton Lehmden auf einem Archivbild aus dem Jahr 2003

Maler Anton Lehmden 89-jährig gestorben

Mittwoch, 08. August 2018 | 12:48 Uhr

Der Maler Anton Lehmden ist tot. Der Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus starb laut Informationen des ORF am Dienstag in Wien. Der langjährige Professor an der Akademie der bildenden Künste erwarb in den 1960ern das Renaissance-Schloss Deutschkreutz im Burgenland, wo heute unter anderem ein Lehmden-Museum beherbergt ist. Am 2. Jänner 2019 wäre er 90 Jahre alt geworden.

Geboren wurde Lehmden in Nitra in der Slowakei und kam 1945 nach Wien, wo er an der Akademie der bildenden Künste bei Albert Paris Gütersloh Malerei studierte. Ab 1948 beteiligte sich der junge Künstler an Ausstellungen des “Art Clubs” und begründete gemeinsam mit Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner und Wolfgang Hutter die Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Die erste Ausstellung der neuen Formation, der sich bald eine Reihe anderer Künstler, darunter Kurt Regschek und Helmut Leherb, anschlossen, fand 1959 im Oberen Belvedere statt. 1966 wurden die Arbeiten der Wiener Schule erstmals in den USA präsentiert.

Im Gegensatz zu seinen damaligen Mitstreitern interessierte sich Lehmden jedoch nie für verschlüsselte, üppige Mythologien oder erotische Sujets. Charakteristisch für sein Werk sind großräumige, hügelige, vom Surrealismus und den alten Meistern beeinflusste Weltlandschaften. Als immer wiederkehrende Themen in seinen Ölbildern und Radierzyklen finden sich Kriegsereignisse und Naturkatastrophen. Dem bunten Ausstaffierungsdrang der Phantastischen Realisten stellte er eine auf Erdtöne reduzierte Farbigkeit entgegen.

In den Jahren 1962/63 unterrichtete Lehmden an der Kunstakademie in Istanbul, immer wieder war er auch Leiter der Klasse für Malerei an der Sommerakademie Salzburg. Von 1971 bis 1997 war er als ordentlicher Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien tätig, 1991 zeichnete er für die künstlerische Gestaltung der U3-Station Volkstheater verantwortlich.

1966 erwarb Lehmden im Burgenland nahe der ungarischen Grenze das Renaissance-Schloss Deutschkreutz, wo heute unter anderem ein Lehmden-Museum beherbergt ist und der Künstler ein regelmäßiges Kulturprogramm veranstaltete. 1995 erhielt er den Kulturpreis des Landes Burgenland. 1999 wurde Lehmden, der auch Träger des Lovis-Corinth-Preises ist, zum Ehrenbürger von Deutschkreutz, wo er auch die Pfarrkirche künstlerisch neu gestaltet hat.

Von: apa