Vom Alleinjuror als "langsame Brüterin" bezeichnet

Melinda Nadj Abonji erhält diesjährigen Erich Fried Preis

Dienstag, 13. September 2022 | 10:33 Uhr

Die Schweizer Autorin Melinda Nadj Abonji erhält den diesjährigen Erich Fried Preis. Sie wird die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung am 20. November im Literaturhaus Wien entgegennehmen, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Die Entscheidung über die Preisträgerin traf heuer Alleinjuror Klaus Merz, der Abonji in seiner Begründung als “langsame Brüterin” bezeichnete. Der Preis wird seit 1990 vergeben und vom Kulturministerium gestiftet.

“Melinda Nadj Abonji lässt sich Zeit beim Schreiben”, so Merz. “Damit sich ihre Sätze setzen können und zu eigentlicher Sprach-Musik werden, die entlang der menschlichen Abgründe ganz eigen und virtuos zum Tanz aufspielt.” Die Autorin, die für ihren mit autobiografischen Elementen versehenen und 2010 im Salzburger Jung & Jung Verlag erschienenen Roman “Tauben fliegen auf” mit dem Deutschen und Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, betätigt sich auch als Musikerin und Textperformerin. Ihr jüngster Roman ist “Schildkrötensoldat” von 2017. Zudem schreibt Abonji für Theater und Rundfunk.

Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) gratulierte der Preisträgerin und hob auch den “speziellen Vergabemodus” hervor. “Die jährlich von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft nominierten Einzeljuroren übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe”, dankte sie Merz für seine “exzellente Wahl”. Abonji, die 1968 in Bečej im ehemaligen Jugoslawien geboren wurde, gehöre “zweifelsfrei zu den bedeutendsten deutschsprachigen Stimmen der Gegenwartsliteratur. Sie schafft mit ihrer unverwechselbaren, schöpferischen, musikalisch-schwingenden Sprache Romanfiguren, die man nicht mehr vergisst.” Im Vorjahr ging die Auszeichnung an Frank Witzel.

(S E R V I C E – https://erichfriedtage.com/der-erich-fried-preis/)

Von: apa

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