Weitere 119 Schädel wurden entdeckt

Menschenschädel in Azteken-Mauer in Mexiko gefunden

Samstag, 12. Dezember 2020 | 06:57 Uhr

Nach fünfjährigen Ausgrabungen haben Forscher in einer Azteken-Ruine in Mexiko-Stadt insgesamt mehr als 600 Menschenschädel entdeckt. Es handelt sich um eine kreisförmige Mauer mit eingeschlagenen Schädeln geopferter Menschen, die bereits 2015 bei Ausgrabungen in der Nähe des größten Azteken-Tempels im Zentrum der mexikanischen Hauptstadt gefunden worden war. In einem neu entdeckten Teil der Mauer wurden zuletzt 119 Schädel entdeckt.

Darunter befinden sich die Schädel von Frauen wie Männern und von mindestens drei Kindern, teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) am Freitag mit. Die Mauer, wo die Azteken dem Kriegsgott Huitzilopochtli Opfer brachten, habe einen Durchmesser von 4,7 Metern. Der neu ausgegrabene, äußerste nordöstliche Teil stamme spätestens aus der Zeit zwischen den Jahren 1486 und 1502, hieß es. Sie habe bis zu 3,5 Meter unter der heutigen Straße gelegen.

Der 2015 entdeckte Teil der “Huei Tzompantli” (etwa “Wand oder Gestell der Schädel” in der indigenen Sprache Nahuatl) war nach damaligen Angaben etwa 34 Meter lang und 45 Zentimeter hoch und lag rund zwei Meter tief. Wegen des Standortes handelte es sich Archäologen zufolge vermutlich um die Haupt-“Tzompantli” der ehemaligen Azteken-Hauptstadt Tenochtitlan. Über deren Ruinen liegt Mexiko-Stadt, die bevölkerungsreichste Stadt Nordamerikas.

Menschenopfer waren üblich bei vielen Völkern in der Region vor der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert. Gefangene Krieger aus benachbarten Dörfern wurden den Göttern geopfert und ihre Schädel oft zur Einschüchterung möglicher Eindringlinge zur Schau gestellt. Vor allem die Azteken im heutigen Zentralmexiko, wo die Hauptstadt liegt, pflegten einen grausamen Opferkult.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Menschenschädel in Azteken-Mauer in Mexiko gefunden"


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Gredner
Gredner
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Kannten die Azteken schon Zement? Oder was ist die Masse zwischen den Schädeln?

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 8 Tage

@Gredner
Zement eher nicht. Schaut aber aus wie Kalkputz. Muss ich mal googeln ob die das hatten.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

„Seit 4000 Jahren ist dem Menschen das Kalkbrennen bekannt. Älteste Kalköfen einfachster Bauweise stammen aus Mesopotamien, Kleinasien.”
http://www.stolberger-geschichtsverein.de/index.php/geschichte/108-die-kalkindustrie

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