Wirtschaftliches Wachstum allein ist zu wenig

Morgen ist „Tag der menschenwürdigen Arbeit“

Donnerstag, 06. Oktober 2022 | 11:03 Uhr

Bozen – Johann Kiem, Referent für Arbeit und soziale Gerechtigkeit der Diözese Bozen-Brixen, macht zum morgigen Tag der menschenwürdigen Arbeit am 7. Oktober auf die Würde der Arbeit und der arbeitenden Menschen aufmerksam.

„Wirtschaftliches Wachstum auf bloße Kosten von menschenwürdiger Arbeit ist nicht nur eine Missachtung der arbeitstätigen Personen, sondern bedroht langfristig auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betont Johann Kiem und macht damit auf das Verhältnis zwischen Würde der Arbeit und sozialer Gerechtigkeit aufmerksam. Neben lokalen Missständen bei Arbeitsbedingungen, wie Überlastung, familienunfreundliche Arbeitszeiten, Mobbing, mangelnde Arbeitssicherheit oder prekäre Vertragsverhältnisse, sind auch in Südtirol verschiedene Bereiche und Lebensstile oftmals indirekt und eher unbewusst mit menschenunwürdigen Tätigkeiten in den Ländern des globalen Südens verknüpft. Dies ist etwa der Fall bei der Produktion von Handys oder Elektrobatterien, beim Abbau von Kobalt, aber auch bei bestimmten Lebensmitteln wie Kaffee oder Schokolade usw., die auf Kinderarbeit beruhen können. Die Globalisierung der Wirtschaft, der weltweite Transport und Handel, bergen das Risiko der skrupellosen Ausbeutung von Arbeitnehmern in sich. „Ungerechte Arbeitsverhältnisse widersprechen der grundlegenden Würde des Menschen, jedes Menschen immer und überall“, so Kiem.

Respekt, Transparenz, Kommunikation und Beziehung sind unabdingbare Kernbegriffe menschenwürdiger Arbeit. „Diese Würde zu schützen beginnt schon im Kleinen, bei uns selbst. Es hat auch ganz einfach mit der Art und Weise zu tun, wie wir Menschen und ihrer Arbeit begegnen. Und dann geht es freilich noch ganz zentral um rechtliche und strukturelle Grundlagen in der Arbeitswelt, die vor allem Arbeitnehmer-Vereinigungen im Blick haben“, so Kiem.

Von: mk

Bezirk: Bozen