Zwergin oder Riesin?

“Museum der Illusionen” in Wien eröffnet

Freitag, 14. Juli 2017 | 12:15 Uhr

Obwohl man es eigentlich besser weiß, fällt man immer wieder darauf rein: Darin besteht der Reiz optischer Täuschungen. Wer sich gerne vom eigenen Gehirn austricksen lässt, ist im neuen “Museum der Illusionen” in der Wiener Innenstadt genau richtig. Mehr als 70 Ausstellungsstücke kann man seit Freitag dort bestaunen – wobei für zwei Effekte ein guter Magen von Vorteil ist.

Das ungewöhnliche Ausstellungshaus befindet sich in der Wallnerstraße 4. Die Idee kommt aus Kroatien. In Zagreb hat vor zwei Jahren die erste derartige Attraktionsstätte eröffnet und wurde schnell zum Erfolg. Inzwischen wird nach dem Franchise-Prinzip expandiert. Nach Dependancen in Zadar an der kroatischen Adriaküste und Laibach in Slowenien – beide 2016 eröffnet – ist die Wiener Filiale nun der vierte Ableger des Konzepts.

Franchise-Nehmerin und damit Leiterin ist Lana Rozic. Sie sei eigentlich Architektin und habe das Museum in Zagreb vor einem Jahr besucht: “Ich war begeistert und habe sofort gewusst, dass ich sowas auch in Wien machen möchte”, erzählte sie der APA beim Eröffnungstermin. Das Haus soll Spaß für Groß und Klein bieten. Wobei die Körpergröße gerade in diesem Haus relativ ist. Denn der “Ames-Raum” zum Beispiel ist so konstruiert, dass man für den Betrachter von außen entweder zum Riesen oder zum Zwerg mutiert – je nachdem, in welcher Ecke man steht.

Für den “Vortex-Tunnel” braucht man sowieso einen guten Magen: Man steht auf einem Steg, während sich die Tunnelröhre rundherum dreht. Klingt unspektakulär, stört den Gleichgewichtssinn aber schon nach Sekunden dermaßen, dass man ständig zur Seite zu kippen scheint. “Den Tunnel gibt es in Zagreb zum Beispiel gar nicht”, sagt Rozic.

Weiche Knie drohen auch im “gedrehten Raum”. Ein schiefer Boden, schwarz-weiß gemusterte Wände und ein großer Spiegel genügen, um das Gehen zur Herausforderung zu machen. Spiegeleffekte sind überhaupt vielfach vorhanden. Sie ermöglichen, dass der eigene Kopf abgetrennt auf einem Tisch zu liegen scheint, man sich in einem Raum unendlich oft vervielfältigt oder sich ein Holzwürfel als – im wahrsten Sinn des Wortes – unbegreifbare Illusion erweist.

Bei vielen Objekten dürfte sich das Wow-Erlebnis allerdings in Grenzen halten – nicht zuletzt, weil sie einem bekannt vorkommen dürften: Linien, die gekrümmt oder unterschiedlich lang wirken, aber schnurgerade bzw. auf den Millimeter gleich lang sind, starre Punkte, die vor den Augen zu tanzen beginnen, eine Vase, in der man auch zwei Gesichtshälften erkennen kann. Erklärungstafeln erklären Interessierten, wie der Effekt funktioniert. Hologramme oder 3D-Puzzles ergänzen die Palette.

Geöffnet hat das 250 Quadratmeter große “Museum der Illusionen” täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr. Erwachsene zahlen zwölf Euro, Kinder bis 15 Jahre acht Euro. Das Familienticket – gültig für zwei Erwachsene und zwei Kinder – kommt auf 30 Euro.

Von: apa

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