Keine Vertragsverlängerung für Sabine Breitwieser?

Museum der Moderne: Zeichen stehen auf Führungswechsel

Mittwoch, 05. April 2017 | 15:40 Uhr

Im Museum der Moderne Salzburg stehen die Zeichen auf einen Führungswechsel: Nach einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) und Direktorin Sabine Breitwieser kam es am Dienstag zu einer Aussprache. In einer gemeinsamen Aussendung am Mittwochnachmittag bekräftigte dann Schellhorn, er strebe aus heutiger Sicht keine Vertragsverlängerung Breitwiesers an.

Auslöser der Auseinandersetzung war die soziale Kompetenz der Direktorin, die im September 2013 ihren Job an der Salzach angetreten hat. Seither haben fast 20 der insgesamt rund 50 Mitarbeiter das Haus verlassen. “Ich war vom Start weg mit Beschwerden konfrontiert, was ihren Führungsstil anbelangt”, sagte der Landesrat vor gut einer Woche gegenüber der APA. Die Probleme mit dem Arbeitsklima seien auch Thema in Aufsichtsratssitzungen gewesen. Schellhorn hatte aber stets betont, dass an Breitwiesers fachlicher Qualifikation überhaupt kein Zweifel bestehe.

Die Direktorin ihrerseits wies den Vorwurf der mangelnden sozialen Kompetenz zurück. Sie bezeichnete die Stimmung im MdM als “gute und produktive”, räumte aber ein, dass sie eine “herausfordernde Chefin” mit hohen Zielen sei und ein “arbeitsintensives Klima” schaffe. Die von Schellhorn genannte Zahl sei zu hoch, für jeden neuen Direktor sei auch ein “Teamumbildungsprozess” normal.

Für den späten Dienstagnachmittag lud daher Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) zu einer Aussprache der beiden. Dabei bekräftigte der Landesrat seine positive Einschätzung über die Neupositionierung des Museums, die künstlerische Ausstellungsprogrammatik und zahlreiche organisatorische Maßnahmen, die Breitwieser in Angriff genommen hat. Die Spannungen zwischen der Direktorin und einem Teil der Belegschaft stufte der Kulturressortchef aber weiterhin als kritisch ein. “Aus heutiger Sicht strebt Schellhorn eine Vertragsverlängerung nicht an. Der Geschäftsführungsvertrag von Frau Sabine Breitwieser endet mit 31. August 2018”, heißt es nun in der Aussendung.

Breitwieser wies in der Mitteilung darauf hin, dass sie – nicht zuletzt auf Anregung Schellhorns – zahlreiche Maßnahmen zur Teambildung umgesetzt habe. Sie teile die Einschätzung des Landesrats zum Arbeitsklima im Haus in keiner Weise, wies aber darauf hin, dass naturgemäß bei Einführung neuer Standards, bei der Etablierung einer zeitgemäßen Kultur und bei der Neuausrichtung des Hauses nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen solchen Weg mitgehen wollten und es natürlich auch Kritik gebe. Schließlich hob Breitwieser erneut die zahlreichen Maßnahmen im künstlerischen Bereich hervor, die sie gesetzt habe, etwa die Einführung eines modernen Museumsmanagements und -betriebes, die gestarteten baulichen Vorhaben oder die Neupositionierung des Museums.

“Unbeschadet der Meinungsdifferenz wurde jedoch gemeinsam betont, dass Sabine Breitwieser weiterhin verantwortliche Geschäftsführerin des Museums der Moderne für die Dauer ihres Vertrages ist, in dieser Funktion die vollinhaltliche Unterstützung sowohl des Aufsichtsrates als auch des zuständigen Ressorts hat und der von ihr eingeschlagene Weg der Neupositionierung des Museums der Moderne in künstlerischer, aber auch organisatorischer Hinsicht weiter beschritten wird. Der Erfolg des Museums der Moderne ist ein gemeinsames Ziel aller Gesprächsteilnehmer”, hieß es am Ende der Erklärung.

Von: apa