Fall von Riesenwuchs

Mutmaßlicher Pharao litt an Gigantismus

Freitag, 11. August 2017 | 11:50 Uhr

Forscher der Universität Zürich haben Knochen untersucht, die dem ägyptischen Pharao Sa-Nakht um 2.700 vor Christus zugeschrieben werden. Dabei könnte es sich um den ältesten bekannten Fall von Riesenwuchs handeln. Aus der Mythologie sind Riesen wohlbekannt. Vermutlich stecken dahinter medizinische Fälle von Wachstumshormon-Störungen – meist wegen eines Tumors der Hirnanhangsdrüse.

Die Wissenschafter runf um Francesco Galassi untersuchten menschliche Überreste, die 1901 in der Grabstätte Mastaba K2 bei Beit Khallaf in Ägypten gefunden wurden. Wem die auf etwa 2700 vor Christus datierten Knochen gehörten, ist nicht sicher belegt. Einige Forscher schreiben sie jedoch dem Pharao Sa-Nakht zu, von dessen Regierungszeit wenig bekannt ist.

Die von Galassi und Kollegen nun genauer ausgewerteten Daten und eigenen Analysen zu den Knochen deuten auf eine Person hin, die für die besagte Zeit sehr groß war – nämlich 1,87 Meter, wie die Forscher im Fachjournal “The Lancet – Diabetes & Endocrinology” schreiben. Zwar waren die damaligen Könige besser genährt als das normale Volk und dadurch tendenziell größer, aber selbst dafür wäre der mutmaßliche Pharao ungewöhnlich groß gewesen.

Auf Riesenwuchs weisen dabei insbesondere die langen Knochen der Arme und Beine hin, schreiben die Forscher. Der Schädel wich in seinen Proportionen jedoch weniger von anderen Funden ab, nur der Kiefer war etwas breiter.

Einen noch älteren Fall eines riesenhaften Wuchses stellen die Überreste einer Person dar, die vor rund 10.000 Jahren in der Region des heutigen US-Bundesstaats New Mexiko lebte. Allerdings litt diese nicht an Gigantismus – einem den gesamten Körper betreffenden Riesenwuchs -, sondern an Akromegalie. Hierbei wachsen insbesondere Körperenden, darunter auch Nase, Kinn und Stirn. Der Schädel aus Ägypten zeigte diese Veränderungen jedoch nicht.

Von: APA/sda

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