Auszeichnung wird am 17. Juni in Erinnerung an den Südtiroler Journalisten vergeben

Neuer Gatterer-Preis an ORF-Reporter Moschitz für Ischgl-Reportagen

Freitag, 07. Mai 2021 | 11:35 Uhr

Die “Auszeichnung für hervorragenden Journalismus im Gedenken an Claus Gatterer”, die heuer erstmals vergeben wird, geht an den ORF-Journalisten Ed Moschitz. Er wird für seine beiden “Am Schauplatz”-Reportagen über den Coronavirus-Hotspot Ischgl gewürdigt, wurde am Freitag via Aussendung bekanntgegeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, wird vom Presseclub Concordia und der Michael Gaismair Gesellschaft Bozen verliehen und vom Land Südtirol finanziert.

“Im ersten Bericht, ‘Ischgl im Ausnahmezustand’, analysiert Moschitz beharrlich und mit großer Genauigkeit das gesellschaftspolitische Innenleben von Ischgl mit seinen wirtschaftlichen Verflechtungen und zeigt, wie es zur Katastrophe kommen konnte. Acht Monate später zeigt er in ‘Das große Schweigen’ Ischgl in Schockstarre. Eine Reportage über einen Wintersportort ohne Wintergäste, die formal scheitert am allgemeinen Schweigen – und gerade darin liegt ihre hohe journalistische Qualität”, hieß es in der Aussendung: “Wir lernen ein österreichisches Dorf kennen, das die Welt kennt.”

Moschitz’ Arbeiten setzte sich unter insgesamt 63 eingereichten Beiträgen bei der Jury unter dem Vorsitz von Peter Huemer durch. Die Auszeichnung ist dem 1984 verstorbenen Südtiroler Journalisten, Historiker, Schriftsteller und Dokumentarfilmer Claus Gatterer gewidmet und wird am 17. Juni in dessen Heimatgemeinde Sexten verliehen.

Die Ehrung wurde in Reaktion auf die im Herbst 2019 öffentlich gewordenen Vorwürfe rund um den “Prof. Claus Gatterer Preis”, der vom Österreichischen Journalisten Club vergeben wird, initiiert. Der ÖJC soll den Sponsoren ein Vielfaches des Preisgeldes in Rechnung gestellt haben. Die bisherigen Preisträger forderten daraufhin den Rückzug des ÖJC als Organisator der Auszeichnung. Dieser wies die Vorwürfe zurück und hält an der Vergabe des “Prof. Claus Gatterer Preises” fest. Künftig wird es für diesen allerdings kein Preisgeld geben.

Auszeichnung für “verantwortungsvollen sowie engagierten Journalismus”

Die neue “Auszeichnung für hervorragenden Journalismus im Gedenken an Claus Gatterer” würdigt jene journalistischen Leistungen, die sich durch soziales Engagement, kritisches Fragen und ein hohes stilistisches Niveau auszeichnen. Das Land Südtirol stifte diese Auszeichnung, “um das Erbe Claus Gatterers für einen verantwortungsvollen sowie engagierten Journalismus und dessen Einsatz für Minderheiten und soziale Randgruppen hochzuhalten und zu würdigen”, betont Landesrat Philipp Achammer. Für Südtirol sei die neue Auszeichnung, die ganz im Zeichen des Lebenswerkes von Claus Gatterer stehe, wichtig, “denn damit leisten wir einen Beitrag für den österreichischen und Südtiroler Qualitätsjournalismus”.

Bewertung durch sieben namhafte Jurorinnen und Juroren

Insgesamt 63 Beiträge aus Südtirol und Österreich wurden eingereicht und von sieben Jurymitgliedern bewertet: Lisa-Maria Gasser (Salto.bz), Nina Horaczek (Der Falter), Peter Huemer (Publizist und Journalist), Edith Meinhart (profil), Corinna Milborn (ProSieben.Sat1.PULS 4), Günther Pallaver (Michael-Gaismair- Gesellschaft) und Armin Wolf (ORF).

Vergeben wird der vom Land Südtirol gestiftete Preis vom Presseclub Concordia und der Michael Gaismair Gesellschaft Bozen mit Unterstützung der Gemeinde Sexten. Die journalistische Auszeichnung wird am 17. Juni 2021 in Claus Gatterers Heimatgemeinde Sexten offiziell verliehen.

Von: apa

Bezirk: Bozen