Stararchitekt Nouvel mit seinem Entwurf für Doha

Neues Nouvel-Museum eröffnet am 28. März in Doha

Donnerstag, 21. März 2019 | 06:39 Uhr

Sein Louvre Abu Dhabi ist mit seiner Riesen-Kuppel mit 180 Meter Durchmesser bereits eine Architektur-Ikone. Kaum eineinhalb Jahre danach hat der französische Stararchitekt Jean Nouvel sein nächstes Museum auf der arabischen Halbinsel fertiggestellt. Am 28. März eröffnet das Nationalmuseum von Katar. Und auch das neue Gebäude in Doha sieht spektakulär aus.

Das Museum soll Besuchern Geschichte und Kultur des Emirats am Persischen Golf näherbringen. Auf einem Areal am südlichen Ende der Strandpromenade Corniche hat Nouvel den alten Palast von Scheich Abdullah Bin Jassim Al Thani quasi überbaut. Wie schon in Abu Dhabi ist das Spiel mit Licht und Schatten das Hauptmerkmal des Gebäudes, das nicht über eine einzige Kuppel, sondern über eine Reihe miteinander verbundener Dachscheiben verfügt. Es ist in seiner Form einer Sandrose nachempfunden, einem charakteristischen Kristallgebilde, das in heißen Wüstengebieten aus Sand und Gips entsteht.

Das Museum soll als Art zeitgenössische Karawanserei fungieren und beherbergt neben Räumen für Permanent- und Wechselausstellungen ein 220-Plätze-Auditorium, ein Forum mit 70 Sitzen, zwei Cafes, ein Restaurant sowie Forschungslabors und Restaurierungswerkstätten. In drei Kapiteln soll man etwas über die von Nomaden und Fischern geprägte Siedlungsgeschichte Katars erfahren. Gezeigt werden Textilien, Gemälde, Skulpturen, Filme, Schmuck, Waffen, Münzen, Zelte, Segelschiffe und Fossilien.

Das Eröffnungsprogramm startet bereits am 25. März mit einer Reihe von Diskussionen und Workshops. Jean Novel selbst etwa wird am 28. im Dialog mit Architekturkritiker Nicolai Ouroussoff das Entwurfsdesign des Museums erläutern und am 27. an einem Panel teilnehmen, das die Rolle von Architektur und Kulturinstitutionen in der Selbstdarstellung Katars diskutiert. Die Runde ist hochkarätig: Von Rem Koolhaas stammt die im Vorjahr eröffnete Nationalbibliothek von Katar, Ben van Berkel stellen die leitenden Architekten des Schienennahverkehrs des Emirats, Herzog & de Meuron planen das neue Orientalische Museum von Doha.

Das neue Nationalmuseum ist Teil eines kulturellen Komplexes, zu dem das Arabische Museum für Moderne Kunst (MATHAF), das Museum für Islamische Kunst (MIA) und ein Ausstellungszentrum in einer umgebauten Feuerwehrstation gehören. Geplant sind auch ein Olympia- und Sportmuseum – schließlich findet 2022 die Fußballweltmeisterschaft in Katar statt, das als reichster Staat der Erde gilt. Katar wird als absolute Monarchie regiert. Staatsreligion ist der Islam, die Gesetzgebung wird von der Scharia bestimmt.

Von: apa

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