Dorny tritt die Nachfolge von Nikolaus Bachler an

Neues Spitzenpersonal für Bayerische Staatsoper

Dienstag, 06. März 2018 | 16:50 Uhr

Neues Spitzenpersonal für die Bayerische Staatsoper: Serge Dorny wird mit 1. September 2021 Intendant, Vladimir Jurowski zum selben Zeitpunkt Generalmusikdirektor. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag in München entschieden. Der 56-jährige Belgier Dorny tritt die Nachfolge von Nikolaus Bachler an, der seit 2008 die Staatsoper leitet und dessen Amtszeit am 31. August 2021 endet.

Damit seien wichtige Weichen für die Zukunft eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt gestellt worden, sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) laut Mitteilung. “Ich freue mich sehr, dass wir diese beiden viel beachteten Künstler für München gewinnen konnten”.

Dorny studierte in Gent Architektur, Kunstgeschichte, Archäologie, Komposition und Musikanalyse. 1983 begann er als Dramaturg an der Brüsseler Oper La Monnaie, vier Jahre später wurde er künstlerischer Leiter des Flandern-Festivals. 1996 wechselte er als Generaldirektor und künstlerischer Leiter zum London Philharmonic Orchestra. Seit 2003 leitet er die Opéra National de Lyon.

2014 sollte Dorny Intendant der Dresdner Semperoper werden, wurde aber noch vor dem geplanten Amtsantritt gefeuert. Nach Darstellung der damaligen Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) hatte der Flame Vertrauen verspielt. Hingegen sah er sich selbst als Opfer eines Kompetenzgerangels mit dem Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann. Das Dresdner Oberlandesgericht stufte Dornys fristlose Entlassung später als unrechtmäßig ein.

Der neue Generalmusikdirektor Jurowski folgt auf Kirill Petrenko. Dessen Amtszeit endet offiziell zwar schon am 31. August 2020. Er habe aber noch für die Spielzeit 2020/2021 als Gastdirigent verpflichtet werden können, hieß es seitens der Staatsregierung. Der 45-jährige Jurowski studierte laut Ministerium bei seinem Vater, dem Dirigenten Michail Jurowski, sowie bei Rolf Reuter und Sir Colin Davis.

Er arbeitete an Opernhäuser von weltweiten Rang, darunter die Komische Oper Berlin, die Opéra Bastille in Paris und das Teatro La Fenice in Venedig. 2007 übernahm der Russe als Nachfolger von Kurt Masur die Leitung des London Philharmonic Orchestra. Seit 2011 ist er künstlerischer Leiter des Staatlichen Sinfonieorchesters von Russland, seit der Spielzeit 2017/18 zudem künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. An der Bayerischen Staatsoper ist er auch kein Unbekannter – hier dirigierte er erstmals 2015/16.

Minister Spaenle will das Duo am Montag (12.3.) der Öffentlichkeit vorstellen. Die beiden sollen “den Erfolgskurs der Bayerischen Staatsoper fortsetzen”. Im Jahr 2017 kamen nach Angaben des Ministeriums rund 540.000 Besucher in 434 Vorstellungen, was einer Auslastung von 97,4 Prozent entspricht.

Von: APA/dpa