Foster feiert auch seinen 82. Geburtstag

Norman Foster eröffnet spektakuläres Museum in Madrid

Donnerstag, 01. Juni 2017 | 08:14 Uhr

Sir Norman Foster ist kein normaler Architekt. Der britische Star-Architekt und Pritzker-Preisträger gehört zu den weltweit renommiertesten und originellsten Architekten überhaupt. Und wie seine Gebäude wird auch die Eröffnung seiner Stiftung am Donnerstag in Madrid keine normale Eröffnung sein.

Foster mietete die königliche Madrider Oper an, um hier im Rahmen des Forums “Future is now” über die Zukunft der Architektur und des Städtebaus den neuen Sitz seiner Stiftung vorzustellen – und ganz nebenbei auch seinen 82. Geburtstag zu feiern.

Fast 2.000 internationale Wissenschaftler, Künstler, Architekten, Politiker und Designer werden erwartet. Unter anderem die Künstler Olafur Eliasson, Maya Lin und Cornelia Parker, der chilenische Pritzker-Preisträger Alejandro Aravena, Apple-Chefdesigner Jonathan Ive und New Yorks ehemaliger Bürgermeister Michael Bloomberg.

“Es wird eine interdisziplinäre Debatte werden. Denn wir können die architektonischen Herausforderungen der Zukunft nur interdisziplinär lösen”, erklärt Foster im APA-Gespräch die Leitlinien seiner Stiftung. Zwar existiert die Stiftung bereits seit 1999, hatte bisher aber keinen festen Sitz.

Warum er das Hauptquartier nun ausgerechnet in Madrid eröffnet, habe viele Gründe. Madrid sei sprachlich, kulturell wie geografisch eine Brücke zwischen Europa, Lateinamerika und Afrika. Natürlich spielen auch persönliche Gründe eine Rolle. Foster ist mit der aus Madrid stammenden Galeristin und Kunstsammlerin Elena Foster verheiratet, unterhält viele persönliche und geschäftliche Beziehungen in der spanischen Hauptstadt, wo er demnächst auch die Erweiterung des weltberühmten Prado-Museums übernehmen wird.

“Und schauen Sie sich dieses Gebäude an. Danach habe ich jahrelang gesucht”, erklärt der Star-Architekt. Foster ersteigerte und modernisierte den 1912 von Joaquin Saldana gestalteten ehemaligen Stadtpalast des Herzogs von Plasencia. Im Innenhof dient eine bei der spanischen Bildhauerin Cristina Iglesias in Auftrag gegebene Installation als Sonnenschutz.

Ein von Foster gestalteter, modern verglaster und verspiegelter Anbau dient für Konferenzen, bei denen die zukünftigen Gäste und Stipendiaten zwischen Inigo Manglano-Ovalles Wolken-Installationen, Erfindungen von Buckminster Fuller und einem Oldtimer von Le Corbusier sitzen.

Das Herz der Stiftung wird allerdings der Stadtpalast sein. Eigentlich handelt es sich um ein gigantisches Foster-Museum mit Bücherei und Archiv und Forschungslaboratorien, “wo Wissenschaftler, Architekten und natürlich die Stipendiaten die Architektur Foster studieren können”, erklärt Stiftungs-Direktorin Maria Nicanor der APA.

Bis zu 70.000 Modelle, Skizzen, Zeichnungen, Fotos und Baupläne seiner langen Karriere werden hier aufbewahrt. Darunter natürlich auch die Modelle seiner wichtigsten Bauten und Projekte wie dem Berliner Reichstag, des Britischen Museums, der Swiss Re Zentrale in London, dem Millau-Viadukt oder dem Londoner Wembley-Stadion.

Dazwischen stellt der 1990 von Queen Elizabeth II in den Adelsstand erhobene Foster einen Teil seiner Kunstsammlung aus. Auf einem Tisch steht eine Skulptur des chinesischen Konzeptkünstler Ai Weiwei, auf der Treppe und im Flur Werke von Künstlern wie Juan Munoz und Brancusi. An der Decke hängt ein von Foster designtes Segelflugzeug. Fliegen ist neben der Architektur seine große Passion.

www.normanfosterfoundation.org

Von: apa

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