Vom "3rd Bolzano Mummy Congress" bis Zeitzeugentreffen des Fundes

“Ötzi”-Jubiläum zieht zahlreiche Initiativen nach sich

Donnerstag, 01. September 2016 | 12:50 Uhr

Das 25-jährige Jubiläum zur Auffindung der Gletscherleiche “Ötzi” am 19. September wirft seine Schatten voraus: Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten am Donnerstag das Archäologiemuseum in Bozen, das Institut für Mumien und den Iceman an der Eurac, das Land Südtirol sowie die “Ötzi”-Gemeinde Schnals mehrere Initiativen vor.

Die Direktorin des Museums, Angelika Fleckinger, und der Leiter des Eurac-Institutes, Albert Zink, unterstrichen, dass sich in diesen 25 Jahren in den Bereichen Präsentation wie auch Forschung viele neue Möglichkeiten aufgetan hätten. Vor allem die Forschung sei immer noch sehr aktiv und bringe weiterhin neue Erkenntnisse zutage.

Von wissenschaftlicher Seite wird es am Jahrestag der Auffindung einen gemeinsamen Museumsbesuch all jener geben, die an der Ötzi-Forschung in den vergangenen 25 Jahren beteiligt waren. Zudem wird der “3rd Bolzano Mummy Congress” eröffnet. Dabei werden zahlreiche neue Forschungsergebnisse erwartet, kündigten Fleckinger und Zink an.

So war im vergangenen Jahr erstmals Material des Beils entnommen und untersucht worden, auch CT-Untersuchungen an den Pfeilspitzen und am Dolch wurden durchgeführt. Neue Erkenntnisse werden aber auch aus dem Mageninhalt erwartet, die Radiologie soll Wissenswertes zum Gesundheitszustand bringen: Interessant seien aber auch Untersuchungen im Bereich Archäobotanik, Schwermetallbelastung sowie neue Untersuchungen der Tierfelle. Auch soll eine Rekonstruktion der Stimme versucht werden, kündigte Zink an.

Am 20. September wird in der Eurac ein Round Table zur Fallanalyse Ötzi abgehalten. Mittels neuester kriminologischer Methoden sollen in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei München neue Rückschlüsse zum Tötungsdelikt am Mann aus dem Eis versucht werden.

Initiativen zum Jubiläum startet auch die Gemeinde Schnals, auf deren Gebiet die Gletschermumie Ötzi 1991 gefunden worden war. Im Erlebnismuseum archeoPark wird am 16. September ein Zeitzeugentreffen des Fundes stattfinden, an dem auch die Ötzi-Finderin Erika Simon und Bergsteigerlegende Reinhold Messner teilnehmen werden. Außerdem gibt es zahlreiche Musik- und Sportevents, Führungen zur Fundstelle und einiges mehr.

Bei der Pressekonferenz wurde auch betont, dass das Interesse an der Gletschermumie ungebrochen sei. Museumsdirektorin Fleckinger verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine Zusammenarbeit mit US-Forschungsstellen. Derzeit sei eine Wanderausstellung im kommenden Jahr in den USA geplant, kündigte sie an.

Zur Suche nach einer neuen Unterbringung der Gletschermumie wurde betont, dass das Museum unter Platznot leidet. Eigentlich sollte sich das Museum um den gesamten Bereich der Archäologie im Lande kümmern, müsse sich aber im Augenblick wegen des begrenzten Raumangebotes auf “Ötzi” konzentrieren. Landesrat Florian Mussner (SVP) sicherte zu, dass die Politik einem Ausbau positiv gegenüber stehe und bereits erste Gespräche mit der Stadt Bozen geführt würden.

Von: apa

Bezirk: Bozen

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