Hartmann vermutet mehr hinter dem offenen Brief

Offener Brief zu Hartmann “nicht von Burg-Anwalt formuliert”

Sonntag, 04. Februar 2018 | 13:05 Uhr

Nach dem offenen Brief, mit dem ein Teil der Burgtheater-Belegschaft am Freitag auf eine “Atmosphäre der Angst” unter Ex-Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann hingewiesen hat, sieht Hartmann eine “geschickt gesteuerte” juristische Aktion, um seine Entlassung 2014 zu rechtfertigen, wie er in deutschen Medien erklärte. Anwältin Maria Windhager, die einige Unterzeichner beraten hat, bestreitet das.

Vor der Premiere seiner “Lazarus”-Inszenierung in Düsseldorf gestern, Samstag, Abend sah Hartmann gegenüber der Onlineausgabe der “Rheinischen Post” eine juristisch gesteuerte Aktion. Viele der Unterzeichner kenne er gar nicht, stattdessen hätten ihm viele Kollegen seit Erscheinen des Briefes im “Standard” ihre Solidarität bekundet. Die #MeToo-Debatte sei wohl gerade recht gekommen, um seine Entlassung zu rechtfertigen. Er sei sicher, dass den Brief ein Rechtsanwalt aufgesetzt habe.

Von Anwältin Maria Windhager, die einige der Unterzeichner medienrechtlich beraten hat, wird diese “vollkommen falsche Unterstellung” gegenüber der APA zurückgewiesen. “Der offene Brief ist nicht juristisch gesteuert worden, um Herrn Hartmann in seinem offenen Zivilverfahren zu schaden. Der Brief wurde auch nicht von einem Anwalt, insbesondere nicht von Burg-Anwalt Bernhard Hainz, formuliert. Er stammt ausschließlich von den UnterzeichnerInnen, viele von ihnen haben bis zuletzt konkrete Formulierungen eingebracht”, so Windhager.

In dem Brief hatten die Unterzeichner betont, dass es sich nicht um strafrechtlich relevante Vorwürfe handle, sondern beklagen “eine Atmosphäre der Angst und Verunsicherung”. Auch sei Hartmann kein Einzelfall. “Immer wieder wird von vielen RegisseurInnen in künstlerischen Prozessen Machtmissbrauch, Demütigung und Herabwürdigung als probates Mittel in der Arbeit angesehen”, so die rund 60 Beschäftigten des Burgtheaters.

Von: apa