Orgelwanderung am Freitag

Orgelschätze in St. Pauls und Eppan

Montag, 23. Mai 2022 | 10:45 Uhr

Eppan – Drei besondere Klangschätze hörbar machen – unter diesem Leitbild fand am Freitag, 21. Mai eine Orgelwanderung mit den Stationen St. Pauls und dem Ansitz Reinsberg in Eppan statt. Organisiert wurde die Veranstaltung durch den Verband der Kirchenmusik Südtirol in Zusammenarbeit mit dem Festival Musica Sacra.

Beindruckend und erhaben hängt die Verschueren-Orgel an der Seitenwand des „Domes auf dem Lande“ in St. Pauls. Dominik Bernhard, Kirchenmusikreferent der Diözese Bozen-Brixen, brachte anhand verschiedener Werke die prächtigen Farben des norddeutsch/niederländisch barocken Instrumentes zum Klingen. Die sogenannte „Schwalbennestorgel“ wurde 2002 erbaut und fand ihren Platz an der Südwand, wo bereits von 1599 bis zum Ende des 17. Jahrhunderts eine Orgel ihren Standtort hatte. Über Jahrhunderte bleib dieser Platz dann leer, ehe vor 20 Jahren dieses neue, in Südtirol einzigartige, Instrument erbaut wurde.

Auf der Westempore thront die Reinisch-Orgel aus dem Jahre 1895. Vor allem der für die damalige Zeit gewagte Prospekt fällt sofort auf. Er ermöglichte wieder die freie Sicht auf die Fensterrosette. Technisch ist dieses Instrument eine echte Besonderheit, da erstmals eine sogenannte „Barker-Maschine“, bis heute Südtirols einzige, verbaut wurde. Sie ermöglicht den Organisten ein leichtes aber sehr präzises Spiel. Organist Michael Weinreich setzte auch die klanglichen Besonderheiten, der 2021 durch Orgelbau Kaufmann aus Deutschnofen restaurierten Orgel, gekonnt in Szene.

Verbindende und erklärende Worte wurden von P. Urban Stillhard, dem Vorsitzenden der Diözesanen Orgelkommission, gesprochen. Besonders beeindruckend erklangen im Kirchenschiff die Werke für zwei Orgeln, die beide Organisten zusammen aufführten. Dabei entstand, trotz der beiden so unterschiedlichen Instrumente, eine beeindruckende Klangeinheit.

Die letzte Station des Abends führte die Teilnehmer zum Ansitz Reinsberg. Der herrschaftliche Ansitz beeindruckt durch seine vorbildliche Renaturierung und sein gepflegtes Bild. In der Barocken Kapelle befindet sich ein wahres Kleinod. Die Orgel aus dem Jahre 1682, erbaut von Martin Junkhans, steht hinter dem Altar und strahlt durch eine Öffnung ins Kirchenschiff. Die vier Register sind sehr farbig und bieten ein abwechslungsreiches Klangerlebnis. Als Abschluss lud Familie Gasser zu einem kleinen Umtrunk.

Der Verband der Kirchenmusik Südtirol möchte durch verschiedene Aktionen zusammen mit seinen Mitgliedsvereinen und Organisten Südtirols vielfältige Orgellandschaft zugänglich machen. Der Verband bietet als Dachorganisation und Ansprechpartner für Kirchenchöre, Organisten, Kantoren sowie für alle, die in irgendeiner Form musikalisch zur Liturgie beitragen, verschiedene Dienstleistungen an.

Von: luk

Bezirk: Überetsch/Unterland

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