"Wofür es sich zu leben lohnt"

Paul-Watzlawick-Ehrenring geht an Philosophen Robert Pfaller

Mittwoch, 06. Mai 2020 | 11:29 Uhr

Mit Robert Pfaller erhält heuer einer der bekanntesten Philosophen Österreichs den Paul-Watzlawick-Ehrenring der Wiener Ärztekammer. Die Auszeichnung wird Pfaller am 15. Oktober in Zusammenarbeit mit den Wiener Vorlesungen verliehen. Die Laudatio auf den Mahner vor der “Entmündigung” wird der Philosoph Konrad Paul Liessmann halten, teilte die Ärztekammer mit.

Robert Pfaller wurde 1962 in Wien geboren. Der Philosoph lehrte u.a. 2009 bis 2014 an der Universität für angewandte Kunst Wien und ist derzeit Professor für Philosophie an der Kunstuniversität Linz. In seinem Buch “Wofür es sich zu leben lohnt” nahm er 2011 etwa die lustfeindliche Gesellschaft aufs Korn. Auch in seiner 2017 erschienenen Veröffentlichung geht er unter dem Titel “Erwachsenensprache – Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur” der “Gefahr des Paternalismus und der Entmündigung der Bürger durch die Politik” nach, heißt es in der Aussendung. In seinem Büchern präsentiere er seine Thesen “stilsicher und sprachverliebt” sowie “mit teilweise witzigen, an Paul Watzlawick erinnernden Paradoxa und ironischen Anspielungen”.

Pfaller – von der Juryvorsitzenden Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum als “Ausnahmeerscheinung” bezeichnet – nehme den Ehrenring “mit Freude und Dankbarkeit” entgegen, heißt es. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres strich Pfallers Beitrag zum fächerübergreifenden Dialog hervor, dem der Preis gewidmet ist: “Ärztinnen und Ärzte brauchen Philosophie und Geowissenschaften, und sie brauchen Anregung zur Zivilcourage – wie jene von Robert Pfaller, und in Zeiten wie diesen ganz besonders.”

Der Paul-Watzlawick-Ehrenring – eine Initiative der Wiener Ärztekammer, um den interdisziplinären Dialog unter den Wissenschaften zu fördern – wird heuer zum elften Mal verliehen. Zu den bisherigen Preisträger zählten etwa Rüdiger Safranski, Friedrich Achleitner, Ruth Klüger, Konrad Paul Liessmann, Franz Schuh oder zuletzt die Politikwissenschafterin Ulrike Guérot.

Von: apa