Doch kein "Fünfer" am Neusiedler See

Pichowetz wird nicht Mörbisch-Intendant – Edelmann übernimmt

Mittwoch, 31. Mai 2017 | 15:45 Uhr

Nicht Gerald Pichowetz (52), sondern Sänger Peter Edelmann wird ab 2018 künstlerischer Direktor der Seefestspiele Mörbisch. Eigentlich war im Herbst des Vorjahres der Schauspieler Pichowetz als neuer Intendant des burgenländischen Operetten-Festivals präsentiert worden, doch nach unterschiedlichen Vorstellungen über die künftige Ausrichtung kam für ihn das vorzeitige Aus.

Edelmann wurde am Mittwoch von Burgenlands Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) als Nachfolger von Dagmar Schellenberger präsentiert. Der Bariton ist derzeit auch Vorstand des Instituts für Gesang und Musiktheater an der Musikuniversität Wien. Nach einer Gesangsausbildung debütierte er in der Rolle des Herrufers in Wagners “Lohengrin” am Stadttheater Koblenz. Seine Engagements brachten ihn in der Folge an die Deutsche Oper Berlin, die Wiener Staatsoper und Volksoper sowie auch nach Mörbisch. Seit 2001 ist Edelmann freischaffend tätig und hat seinen Lebensmittelpunkt in Wien.

Der neue künstlerische Direktor betonte die Wichtigkeit der Teamarbeit: “Wir ziehen alle an einem Strang. Wir wissen, was es für eine Verantwortung ist, Mörbisch zu leiten.” Er sei “davon überzeugt, dass wir Mörbisch in eine gute Richtung bringen können”, sagte Edelmann.

Die diesjährige Ausgabe der Seefestspiele steht noch unter der Leitung von Schellenberger. Sie bringt zu ihrem Abschied, der gleichzeitig auch das 60-Jahr-Jubiläum des Festivals markiert, Carl Zellers “Der Vogelhändler” auf die Bühne. Das Stück, das von Axel Köhler inszeniert wird, ist von 7. Juli bis 19. August angesetzt.

Laut Pichowetz haben unterschiedliche Vorstellungen bei der künstlerischen Neuausrichtung von Mörbisch zu seinem Aus geführt. “Über die Gründe wurde eigentlich von allen Seiten Stillschweigen vereinbart”, schrieb Pichowetz auf Facebook. Er habe in den vergangenen Monaten konstruktiv gearbeitet und auch Konzepte vorgebracht: “Man ist übereingekommen, dass wir nicht zusammen kommen. An mir ist es aber nicht gescheitert”, sagte der Schauspieler dem “Kurier”.

Pichowetz habe sich auch bemüht, die bestmögliche Besetzung und das bestmögliche Stück zu finden. Dies sei ihm, denke er, auch gelungen: “Das wollte man in Mörbisch offenbar so nicht”. Tatsache sei, “dass alle von mir gesetzten Schritte immer in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung gemacht worden sind”, betonte Pichowetz.

Seit seinem Hearing im Vorjahr habe man gewusst, was er in Mörbisch vorhabe und spielen werde. Ihm tue es nun leid für all jene vielen Theater-Kollegen, die bereits zugesagt hätten, in Mörbisch zu spielen, meinte Pichowetz: “Es wäre definitiv ein einzigartiges Starensemble gewesen, das sicher viele Menschen bewegt hätte, wieder nach Mörbisch zu kommen”.

Das Land Burgenland hatte für die Bestellung des neuen Intendanten der Mörbischer Seefestspiele eine fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Peter Zulehner, früher Personalvorstand bei Magna International, eingesetzt. Die neue Intendanz sei “eindeutig” bei allen Kommissionsmitgliedern als Sieger aus dem Hearing hervorgegangen, hieß es damals. Die Freude über seine neue Intendanten-Aufgabe ab 2018 in Mörbisch war bei Pichowetz groß: “Ich brenne richtig dafür, ich kann es eigentlich kaum erwarten”, sagte er damals in Eisenstadt. Nun ist seine Intendanz aber bereits vorbei, bevor sie begonnen hat.

Von: apa

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