Baerbock hält ein Exemplar ihres Buches in Händen

Plagiatsjäger erhebt Vorwürfe gegen Baerbock

Dienstag, 29. Juni 2021 | 19:52 Uhr

Der Salzburger Medienwissenschafter Stefan Weber hat der deutschen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock vorgeworfen, in ihrem Buch abgeschrieben zu haben. In einem Blogbeitrag legt Weber Baerbock zur Last, einige Formulierungen aus dem Buch stammten nicht von ihr. “Und wenn man es genau nimmt, handelt es sich auch um mehrere Urheberrechtsverletzungen.” Ein Sprecher der deutschen Grünen sagte dazu am Dienstag: “Das ist der Versuch von Rufmord.”

Baerbock habe den auf Medienrecht spezialisierten Rechtsanwalt Christian Schertz eingeschaltet, sagte der Parteisprecher weiter. Weber hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Spitzenpolitiker in Bedrängnis gebracht, indem er deren wissenschaftliche Arbeiten unter die Lupe nahm und dabei Plagiate feststellte. Im Jänner lösten seine Recherchen über den Rücktritt von Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) aus. Daraufhin kündigte er an, auch Abschlussarbeiten anderer Ministerinnen wie Susanne Raab und Margarethe Schramböck (beide ÖVP) prüfen zu wollen.

Baerbocks Buch “Jetzt. Wie wir unser Land erneuern” war am 21. Juni erschienen. Es handelt sich dabei nicht um einen akademischen Text, für den zwingend strenge Standards wissenschaftlichen Arbeitens gelten. Baerbock breitet in dem 240 Seiten umfassenden Buch grüne politische Konzepte aus und verbindet das mit persönlichen Erlebnissen. Fußnoten, mit denen sie auf Quellen verweisen könnte, nutzt sie nicht.

Der Medienwissenschaftler Weber, der sich bereits seit Mai auch mit Ungenauigkeiten im Lebenslauf Baerbocks befasst hat, zählt in seinem Beitrag mehrere Textpassagen auf, zu denen sich Parallelen an anderer Veröffentlichungen. Als Beispiele führt Weber unter anderem Beiträge des US-Politikwissenschaftlers Michael T. Klare, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” an.

Die Parallelen sind von Fall zu Fall mehr oder weniger stark ausgeprägt. Am auffälligsten ist eine Passage auf Seite 219 von Baerbocks Buch, in der es um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Sicherheit geht. Weber stellt sie einer Passage im Magazin “Internationale Politik” gegenüber.

Baerbock schreibt: “Die Betrachtung des Klimawandels als “Bedrohungsmultiplikator”, der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagon geworden. Seine Conclusio: Je fragiler ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Migration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder Interventionen im Ausland.”

Der Autor Michael T. Klare schreibt in dem Magazin: “Das Konzept des Klimawandels als “Bedrohungsmultiplikator”, der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte in Entwicklungsländern verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagons geworden. Je gespaltener und korrupter ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Massenmigration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder militärische Interventionen im Ausland.”

Weber versuche, “bösartig” Baerbocks Ruf zu schädigen, sagte der Grünen-Sprecher. “Bei den beschriebenen Passagen handelt es sich um allgemein zugängliche Fakten oder bekannte Grüne Positionen.” Anwalt Schertz erklärte in einer von der Grünen-Pressestelle verschickten Stellungnahme: “Ich kann nicht im Ansatz eine Urheberrechtsverletzung erkennen, da es sich bei den wenigen in Bezug genommenen Passagen um nichts anderes handelt, als um die Wiedergabe allgemein bekannter Fakten sowie politischer Ansichten.”

Auch der Ullstein-Verlag, bei dem das Buch erschienen war, verwahrte sich gegen die Vorwürfe. “Das Manuskript von Annalena Baerbocks Buch ist im Verlag sorgfältig lektoriert worden”, so der Verlag. “Wir können keine Urheberrechtsverletzung erkennen.”

Von der politischen Konkurrenz kam harte Kritik. “Vorsätzlich getäuscht, schlampig gearbeitet und bei der eigenen Leistung schon wieder hochgestapelt – das hat bei Annalena Baerbock scheinbar System und erschüttert einmal mehr ihre Glaubwürdigkeit”, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume “Focus online”. Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, sagte dem Portal: “Erst den Lebenslauf mit wenig eigener Leistung und viel heißer Luft produzieren, jetzt beim Buch abschreiben. So kann man kein Land führen.”

Die Hamburger Grünen-Politikerin Katharina Fegebank reagierte empört: “Jetzt drehen Sie völlig am Rad, Markus Blume! Immer schön mit Dreck schmeißen, irgendwas bleibt hängen. Diese Schmutzkampagne ist so unwürdig und zeigt, dass hier der moralische Kompass mächtig verrutscht ist”, twitterte sie. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt schrieb auf Twitter: “Wir führen gern harten Wahlkampf (…). Aber hört auf mit diesem Schmutz. Demokratischer Wettbewerb hat auch mit Anstand zu tun.”

Weber sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe das Buch auf eigene Rechnung untersucht, es handle sich nicht um eine bezahlte Auftragsarbeit. “Ich habe mich in das Thema Baerbock verbissen, weil da einiges zusammen kommt.” Bislang habe er nur Stellen ausgewiesen, die er mit Hilfe einer Plagiatsprüfungs-Software gefunden habe. “Ich hoffe, dass ich nun Hinweise von Lesern bekomme. Denn viele Texte stehen hinter Bezahlschranken, die kann die Software nicht finden.” Teile des Buchs seien unverdächtig, weil es dort um persönliche Geschichten gehe. Ob noch mehr komme, könne er noch nicht sagen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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31 Kommentare auf "Plagiatsjäger erhebt Vorwürfe gegen Baerbock"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Dagobert
Dagobert
Kinig
24 Tage 16 h

Hot der a Problem mit Frauen?

DontbealooserbeaSchmuser
24 Tage 13 h

Nur mit Politikern, die aufgrund der Quote und nicht wegen ihrer Qualifikation im Amt sind!

Faktenchecker
24 Tage 12 h

Was ist Deine Qualifikation? Gelernter Denunziant?

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
24 Tage 8 h

@DontbealooserbeaSchmuser ja vorallem die so viel Lügen wie diese Frau. Unkompetenter geht es nicht mehr!

berthu
berthu
Universalgelehrter
24 Tage 1 h

wegen “Qualifikation im Amt sind”? Wer? Das wär mal neu.

DontbealooserbeaSchmuser
23 Tage 15 h

@berthu eben deshalb findet er ja so viele Plagiatoren, denen er die Hölle heißmacht 😄

Dolomiticus
Dolomiticus
Superredner
24 Tage 15 h

Plagiatsjäger sind peinliche Figuren, die Menschen wegen des Verdachts auf Beistrichrugglerei fertig zu machen versuchen. Abscheulich in meinen Augen…

DontbealooserbeaSchmuser
24 Tage 13 h

Du findest es Peinlich, wenn jemand aufzeigt, dass hochbezahlte Leute keine eigene Arbeit leisten, sondern von anderen abkupfern, quasi klauen?

Wichtige Arbeit, wenn jemand 7 Jahre studiert hat er genug Ueit seine Werke selbst auszuarbeiten. Bei einem Buch, das nur der Werbung und der Einnahmen wegen gedruckt wird gilt das ebenso.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
24 Tage 13 h

dolomiticus

finde ich nicht!

sich mit fremden Federn zu schmücken finde ich persönlich sehr peinlich!!!

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
24 Tage 8 h

@ischJOwurscht 👍👍👍👍👍👍👍👍

Dolomiticus
Dolomiticus
Superredner
24 Tage 4 h

@ischJOwurscht Viele dieser Plagiatsvorwürfe, die sehr oft politisch motiviert und initiiert sind, lösen sich in Luft auf. Exponierte Persönlichkeiten werden es, nach dem Fall “Zu Gutenberg”, wohl kaum noch riskieren, abzukupfern. Zumal es Computerprogramme gibt, die alles nach Plagiaten durchstöbern und alles gleich finden können. Der Schaden am Menschen, den wischt dann niemand mehr weg, falls es nicht stimmen sollte. Jagd nach Plagiaten ja, aber Veröffentlichung des endgültigen Ergebnisses und nicht eines Verdachts.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
22 Tage 3 h
Dolomiticus@ Natürlich hast du recht, *Gutenberg* war nur die Spitze des Eisberges, wobei ich sagen muss, schlecht hat er sein Amt ja nicht geführt. Aber egal, ich persönlich lege mehr wert auf die Substanz als auf dem Zettel Papier. Habe so manchen Fachidioten DDr. kennengelernt, der außer auf seinen “Fach” Gebiet null Ahnung hatte, was ihm umgibt, und einfache Bauersleute die nicht nur Herzensbildung sondern auch sehr schlau bzw. hell im Kopf sind, trotz das diese keine höhere Bildung genossen haben. Dann gibt es Ausnahmen.ich kenne persönlich eine Frau ,die in Südtirol eine höhere Laufbahn eingeschlagen hat, die mehrsprachig ist… Weiterlesen »
Dolomiticus
Dolomiticus
Superredner
19 Tage 19 h

Gut, mit unseren Politikern brauchen wir sie wirklich nicht vergleichen. Die Politiker sind seit gut 25 Jahren nicht mehr die Elite unseres Volkes…

Wiesodenn
Wiesodenn
Tratscher
24 Tage 18 h

Mal schauen was daraus wird. Ist langsam eine lange Liste an Ungereimtheiten.

Kobold = Metall

Roby74
Roby74
Superredner
24 Tage 14 h

@Wiesodenn
Kobald ist ein Metall!😉Kobold gibt es in Kindermärchen😁!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
24 Tage 13 h

roby74@

ist ein ferromagnetisches Übergangsmetall … nur so zur Info! 😉

der war gut, bzgl. Kobold gibt es in Kindermärchen😁!

;-)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))

Faktenchecker
24 Tage 12 h

Aber nicht bei Baumschülern. Die kennen nur den Pumuckl.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
24 Tage 8 h

Ja Kobold das war ein Patzer. Und solche schwachen Figuren wollen ein Land regieren?

Roby74
Roby74
Superredner
24 Tage 7 h

@ischJOwurscht
👍🏻 genau!😂😅🤣

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
22 Tage 3 h

Fackti@

Der war auch gut!
Danke für das Schmunzeln!!!!

Savonarola
24 Tage 15 h

die aktuelle Politikergeneration Deutschlands ist einfach ohne Charisma und nur peinlich.

Faktenchecker
24 Tage 12 h

Dem stehst Du in nichts nach.

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Universalgelehrter
24 Tage 15 h

Bärinböckin oder Bäringeiss oder gar Bär*boeck*

Faktenchecker
24 Tage 12 h

Das Thema Deiner Matura-Arbeit?

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
22 Tage 3 h

Fakti @

In letzter Zeit ziemlich sarkastisch auf dem Weg?
Das gefällt mir ! Mega Like !

Storch24
Storch24
Kinig
24 Tage 17 h

Wahlkampf hat begonnen, egal mit welchen Mitteln.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
24 Tage 16 h

Das Buch ist wohl eine ressourcenverschwendende “Wiedergabe allgemein bekannter Fakten sowie politischer Ansichten”.

Annalena Baerbock: Gutachter erhebt Plagiatsvorwürfe gegen Grünen-Kanzlerkandidatin – DER SPIEGEL

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
24 Tage 3 h

Die Frau entzaubert sich selbst.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
24 Tage 3 h

Armes Deutschland, wenn diese Frau Kanzlerin werden sollte.

heris
heris
Grünschnabel
24 Tage 5 h

Da  sind  schon einige Ausrutscher vorhanden — die sich die Dame  geleistet hat. Als Kanzlerkandidatin nicht seriös genug.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
24 Tage 2 h

Ja, Grün hat es “verbockt”. Jetzt droht wieder eine FDP-Koalition.
Hoffentlich vergessen Wähler*innen deren pure Klientelpolitik und die schmierigen Lindner-Rednerpassagen nicht:
“Ich bin heute wachgeworden mit Claudia Roth.” Erst nach einer Kunstpause fügt er hinzu: “Entschuldigen Sie – ich habe gesagt: ‘mit’, nicht ‘neben’.”
“Ich denke gerne daran, Linda, dass wir in den vergangenen 15 Monaten ungefähr 300 Mal, ich hab’ mal so grob überschlagen, ungefähr 300 Mal den Tag zusammen begonnen haben.” Auf das Gelächter im Saal sagte er weiter: “Ich spreche über unser tägliches, morgendliches Telefonat zur politischen Lage. Nicht, was ihr jetzt denkt.”
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_88614940/sexistischer-spruch-christian-lindner-machte-fast-gleichen-witz-schon-einmal.html

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Baerbock hält ein Exemplar ihres Buches in Händen

Plagiatsjäger erhebt Vorwürfe gegen Baerbock

Uhr

Der Salzburger Medienwissenschafter Stefan Weber hat der deutschen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock vorgeworfen, in ihrem Buch abgeschrieben zu haben. In einem Blogbeitrag legt Weber Baerbock zur Last, einige Formulierungen aus dem Buch stammten nicht von ihr. “Und wenn man es genau nimmt, handelt es sich auch um mehrere Urheberrechtsverletzungen.” Ein Sprecher der deutschen Grünen sagte dazu am Dienstag: “Das ist der Versuch von Rufmord.”

Baerbock habe den auf Medienrecht spezialisierten Rechtsanwalt Christian Schertz eingeschaltet, sagte der Parteisprecher weiter. Weber hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Spitzenpolitiker in Bedrängnis gebracht, indem er deren wissenschaftliche Arbeiten unter die Lupe nahm und dabei Plagiate feststellte. Im Jänner lösten seine Recherchen über den Rücktritt von Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) aus. Daraufhin kündigte er an, auch Abschlussarbeiten anderer Ministerinnen wie Susanne Raab und Margarethe Schramböck (beide ÖVP) prüfen zu wollen.

Baerbocks Buch “Jetzt. Wie wir unser Land erneuern” war am 21. Juni erschienen. Es handelt sich dabei nicht um einen akademischen Text, für den zwingend strenge Standards wissenschaftlichen Arbeitens gelten. Baerbock breitet in dem 240 Seiten umfassenden Buch grüne politische Konzepte aus und verbindet das mit persönlichen Erlebnissen. Fußnoten, mit denen sie auf Quellen verweisen könnte, nutzt sie nicht.

Der Medienwissenschaftler Weber, der sich bereits seit Mai auch mit Ungenauigkeiten im Lebenslauf Baerbocks befasst hat, zählt in seinem Beitrag mehrere Textpassagen auf, zu denen sich Parallelen an anderer Veröffentlichungen. Als Beispiele führt Weber unter anderem Beiträge des US-Politikwissenschaftlers Michael T. Klare, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” an.

Die Parallelen sind von Fall zu Fall mehr oder weniger stark ausgeprägt. Am auffälligsten ist eine Passage auf Seite 219 von Baerbocks Buch, in der es um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Sicherheit geht. Weber stellt sie einer Passage im Magazin “Internationale Politik” gegenüber.

Baerbock schreibt: “Die Betrachtung des Klimawandels als “Bedrohungsmultiplikator”, der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagon geworden. Seine Conclusio: Je fragiler ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Migration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder Interventionen im Ausland.”

Der Autor Michael T. Klare schreibt in dem Magazin: “Das Konzept des Klimawandels als “Bedrohungsmultiplikator”, der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte in Entwicklungsländern verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagons geworden. Je gespaltener und korrupter ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Massenmigration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder militärische Interventionen im Ausland.”

Weber versuche, “bösartig” Baerbocks Ruf zu schädigen, sagte der Grünen-Sprecher. “Bei den beschriebenen Passagen handelt es sich um allgemein zugängliche Fakten oder bekannte Grüne Positionen.” Anwalt Schertz erklärte in einer von der Grünen-Pressestelle verschickten Stellungnahme: “Ich kann nicht im Ansatz eine Urheberrechtsverletzung erkennen, da es sich bei den wenigen in Bezug genommenen Passagen um nichts anderes handelt, als um die Wiedergabe allgemein bekannter Fakten sowie politischer Ansichten.”

Auch der Ullstein-Verlag, bei dem das Buch erschienen war, verwahrte sich gegen die Vorwürfe. “Das Manuskript von Annalena Baerbocks Buch ist im Verlag sorgfältig lektoriert worden”, so der Verlag. “Wir können keine Urheberrechtsverletzung erkennen.”

Von der politischen Konkurrenz kam harte Kritik. “Vorsätzlich getäuscht, schlampig gearbeitet und bei der eigenen Leistung schon wieder hochgestapelt – das hat bei Annalena Baerbock scheinbar System und erschüttert einmal mehr ihre Glaubwürdigkeit”, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume “Focus online”. Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, sagte dem Portal: “Erst den Lebenslauf mit wenig eigener Leistung und viel heißer Luft produzieren, jetzt beim Buch abschreiben. So kann man kein Land führen.”

Die Hamburger Grünen-Politikerin Katharina Fegebank reagierte empört: “Jetzt drehen Sie völlig am Rad, Markus Blume! Immer schön mit Dreck schmeißen, irgendwas bleibt hängen. Diese Schmutzkampagne ist so unwürdig und zeigt, dass hier der moralische Kompass mächtig verrutscht ist”, twitterte sie. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt schrieb auf Twitter: “Wir führen gern harten Wahlkampf (…). Aber hört auf mit diesem Schmutz. Demokratischer Wettbewerb hat auch mit Anstand zu tun.”

Weber sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe das Buch auf eigene Rechnung untersucht, es handle sich nicht um eine bezahlte Auftragsarbeit. “Ich habe mich in das Thema Baerbock verbissen, weil da einiges zusammen kommt.” Bislang habe er nur Stellen ausgewiesen, die er mit Hilfe einer Plagiatsprüfungs-Software gefunden habe. “Ich hoffe, dass ich nun Hinweise von Lesern bekomme. Denn viele Texte stehen hinter Bezahlschranken, die kann die Software nicht finden.” Teile des Buchs seien unverdächtig, weil es dort um persönliche Geschichten gehe. Ob noch mehr komme, könne er noch nicht sagen.

Von: APA/dpa

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