Architekt Rafael Moneo (li) bei der Verleihung

Praemium Imperiale u.a. an Rafael Moneo und Shirin Neshat

Dienstag, 12. September 2017 | 15:46 Uhr

Stararchitekt Rafael Moneo (80) und die heuer bei den Salzburger Festspielen vertretene, iranische Regisseurin Shirin Neshat (60) werden für ihr Lebenswerk mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet. Der höchste japanische Kunstpreis geht heuer zudem an Ballett-Ikone Mikhail Baryshnikov (69), den ghanaischen Bildhauer El Anatsui (73) und den senegalesischen Musiker Youssou N’Dour (57).

Das teilte Goethe-Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann am Dienstag in Berlin im Namen der Japan Art Association mit. Die japanische Kunstvereinigung stiftet den Preis. Er wird am 18. Oktober in Tokio von Prinz Hitachi, dem Bruder des Kaisers, verliehen. Jeder Preisträger erhält umgerechnet rund 115.000 Euro.

Lehmann nannte die Auszeichnung das “Pendant zum Nobelpreis” für die Naturwissenschaften. “Die Auswahl mag dieses Jahr überraschen, weil nicht nur künstlerische, sondern auch gesellschaftspolitische Kriterien eine Rolle spielten”, sagte er. So seien der Einsatz für Frieden, Geschlechtergleichheit und soziale Gerechtigkeit mit berücksichtigt.

Der spanische Architekt Moneo, der an der Bekanntgabe in Berlin teilnahm, hob besonders die soziale Verantwortung der Architektur hervor. “Gebäude sollten zum Stadtbild und zum Glück der Bewohner beitragen”, sagte er. Der 80-jährige Pritzker-Preisträger ist für die Eleganz und Klarheit seiner Werke weltbekannt. Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehört die Cathedral of Our Lady of the Angels in Los Angeles.

Shirin Neshat hingegen wurde im Iran geboren und lebt heute in New York. In ihren Fotoarbeiten und Videoinstallationen setzt sie sich vor allem mit der Lage von Frauen in der muslimischen Welt auseinander und feierte heuer bei den Salzburger Festspielen ihr nicht unumstrittenes Debüt als Opernregisseurin mit Verdis “Aida”. Bei den Filmfestspielen von Venedig war sie mit der österreichischen Koproduktion “Looking for Oum Kulthum” vertreten.

Mikhail Baryshnikov, gebürtiger Lette und US-Staatsbürger, gilt indes international als Ausnahmetänzer. Er feierte Triumphe auf den großen Bühnen der Welt und ist auch als Choreograf und Schauspieler erfolgreich. Seit 2005 ist er künstlerischer Direktor des Baryshnikov Arts Center in New York. El Anatsui aus Ghana verwendet für seine Skulpturen einfache Materialien wie Holz, Ton, Metall und Recyclingprodukte. Ein Muster seiner Arbeit ist das Zerstören und Wiederzusammensetzen alltäglicher Objekte.

Und schließlich darf sich auch der Sänger und Komponist Youssou N’Dour, Kulturminister im Senegal, über die Auszeichnung freuen. Er gilt als einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Künstler Afrikas. Er ist der Begründer der senegalesischen Populärmusik Mbalax.

Überdies wurde die Vergabe des Nachwuchspreises für junge Künstler bekannt gegeben, der mit umgerechnet rund 38.500 Euro dotiert ist. Dieser geht an die libanesische Zoukak Theatre Company und Cultural Association. Das Theaterkollektiv mit Hauptsitz in Beirat beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Gewalt, Krieg und Flucht.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz