HISTORY LINE – Bozen erinnert

Promemoria-Ausschwitz: Die Reise der Erinnerung

Mittwoch, 22. April 2015 | 18:06 Uhr

Bozen – Die Auseinandersetzung mit der Geschichte, der Blick in die Vergangenheit soll das Bewusstsein für das Hier und das Heute schärfen, aber auch das Gerechtigkeitsgefühl und die persönliche Verantwortung stärken – Eigenschaften, die auch heute nötig scheinen, um Rassismus und Intoleranz in ihre Schranken zu weisen. Promemoria_Auschwitz: die Reise der Erinnerung – il viaggio della Memoria und History Line sind zwei Projekte der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste in Kooperation mit Deina Trentino Alto Adige und Arciragazzi, die die Möglichkeit schaffen durch den Weg der Erinnerung zu wachsen und (sich) zu verändern.

In den „Gallerie di Piedicastello“ gaben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bildungsprojektes Promemoria_Auschwitz aus Südtirol und dem Trentino einen Einblick in ihre Gedanken, Erfahrungen und Gefühlen geben. Jede und jeder einzelne hat eine persönliche Annäherung an Auschwitz und fand einen eigenen Zugang: „Als wir uns dem Eingangstor von Auschwitz näherten, hatte ich plötzlich Angst, ich hatte Angst plötzlich so nahe an jenem Ort zu sein, an dem all das Schreckliche passiert ist, in mir drinnen spürte ich schreckliche Angst. Doch ich war hier, um mich zu informieren, das Grauen mit eigenen Augen zu sehen. Sich informieren ist wichtig, Gedenken ist wichtig – auch heute, oder gerade heute.“, so eine Teilnehmerin. Bei diesem Treffen waren auch Landesrat Mussner und die Trentiner Landesrätin Ferrari anwesend.

Ein Zitat von Primo Levi besagt: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“ – was können wir heute tun? „Vieles was heute passiert, Gewalt, Ungerechtigkeit, Diskriminierung sind folgen von Mauern im Kopf. Vielleicht kann man nicht die Taten einer Person ändern, aber man kann versuchen, die Mauer im Kopf einzureißen.“, so ein weiterer Teilnehmer.  Am 25. April wird das Projekt Promemoria_Auschwitz innerhalb des Festival delle Resistenze offiziell abgeschlossen, oder möglicherweise beginnt es auch dort:“ Aus diesem Grund möchte ich meine kurzen Gedanken zu meiner Zugfahrt in die Vergangenheit mit folgendem Aufruf schließen: Wir sind nicht davor geschützt, solche Taten noch einmal zu begehen, weil wir die Geschichte des Nationalsozialismus und des Faschismus und ihre Stätten kennen gelernt haben und sie uns berührt haben. Das Entscheidende ist nun alles in unserer Macht mögliche zu tun, damit es in „unserer Welt“ nicht mehr zu derartigen Menschen und Völker vernichtenden Grausamkeiten kommen kann.“, so eine Teilnehmerin.

History Line

Die „History Line“ macht am 25. April 2015 und am 3. Mai 2015 (70 Jahre Befreiung Durchgangslager Bozen) die Stadt Bozen zum öffentlichen Erinnerungsraum. 90 Minuten dauerte die Reise in die Vergangenheit: vom Aufkommen des Faschismus bis hin zum Abkommen Gruber-De-Gasperi.

Beim Besteigen des Stadtbusses beginnt die Reise in die Vergangenheit, eine Reise in die Erinnerungslandschaft der Stadt Bozen und Südtirol, eine Reise auf der uns das Sagapò Teatro begleitet. Die „History Line“ ist ein Sensibilisierungsprojekt und schließt an das Projekt „Promemoria_Auschwitz. Die Reise der Erinnerung“ an. Bei beiden handelt es sich um Gemeinschaftsprojekte der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, Arci Ragazzi, Deina Trentino Südtirol.

Abfahrtszeiten am 25.4. um
13.00 Uhr – 16.00 Uhr – 18.00 Uhr
am 3. Mai
um 10.00 Uhr – 15.00 Uhr

Dauer: ca. 1.45 Stunden

Ticket: 3 Euro – Start: Matteotti Platz

Von: ©lu

Bezirk: Bozen