Einstand als Leiter des Lucerne Festival Orchestra

Riccardo Chailly eröffnete erstmals das Lucerne Festival

Samstag, 13. August 2016 | 11:54 Uhr

Der italienische Dirigent Riccardo Chailly hat am Freitag in Luzern seinen Einstand als Leiter des Lucerne Festival Orchestra gegeben. Das Orchester spielte zur Eröffnung des fünf Wochen dauernden Lucerne Festival Gustav Mahlers achte Sinfonie.

Diese Sinfonie war die einzige des österreichischen Komponisten, die der 2014 verstorbene Claudio Abbado nicht mit dem von ihm gegründeten Lucerne Festival Orchestra gespielt hatte. Der 63-jährige Chailly schloss damit zum Auftakt seiner Tätigkeit in Luzern eine von seinem Vorgänger hinterlassene Lücke.

Die 1910 uraufgeführte Sinfonie hat wegen den vielen Mitwirkenden den Beinamen Sinfonie der Tausend. An der Luzerner Aufführung waren rund 350 Musiker und Sänger beteiligt.

Das Eröffnungskonzert konnte nicht nur im Konzertsaal von den vielen geladenen Gästen mitverfolgt werden, sondern auch unter freiem Himmel auf einer Leinwand im unweit gelegenen und frei zugänglichen Inseli-Parks. Das Konzert wird am Samstag wiederholt.

Die Organisatoren stellten das diesjährige Lucerne Festival unter das Motto “PrimaDonna”. Das Festival will damit die Frauen in der Musikwelt ins Zentrum rücken. Über 40 Solistinnen sowie 25 Komponistinnen und elf Dirigentinnen sind im Programm aufgeführt. Der Österreicherin Olga Neuwirth ist heuer die Composer in Residence. Der Höhepunkt der Neuwirth-Festspiele ist am 27. August ein Konzert des Orchesters der Lucerne Festival Academy unter Susanna Mälkki, bei dem auch die Uraufführung “Trurliade – Zone Zero für Schlagzeug und Orchester” mit Starpercussionist Martin Grubinger erklingen wird.

Eine der Lucerne-Festival-Primadonnen ist die 1971 geborene kanadische Sängerin und Dirigentin Barbara Hannigan. Sie hielt die Eröffnungsrede und sagte, eine Primadonna sei eine Persönlichkeit jenseits des Stereotyps.

In ihrer Rede erklärte Hannigan, dass Konzertprogramme sich generell stark auf das traditionelle Repertoire fokussierten. Es könnte eine Lücke entstehen zwischen dem, was das Publikum zu hören gewohnt sei und dem, was Komponisten heute erschaffen würden.

Die Kanadierin wies darauf hin, dass die zeitgenössische Musik früher das Kerngeschäft und keine Sache von Außenseitern gewesen sei. Mozart und Haydn hätten jede Woche neue Werke produzieren müssen.

Hannigan bekannte, dass sie selber über die Erfahrungen mit lebenden Komponisten das Vertrauen erhalten habe, zur Musik älterer Epochen zurückzukehren. Zu Beginn ihrer Karriere sei sie von den traditionellen Werken eingeschüchtert worden.

Von: APA/ag.

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