Bühenreife Vermessung anlässlich Jubiläumsjahr "500 Jahre Klagenfurt"

Rimini Protokoll lädt Klagenfurt zur Stadt-Vermessung

Dienstag, 29. Mai 2018 | 11:15 Uhr

Wie denkt eine Bevölkerung über ihre Stadt? Wie setzt sie sich zusammen und was bewegt sie? Wo sind die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede? Anlässlich des Jubiläumsjahres “500 Jahre Klagenfurt” lädt das Stadttheater Klagenfurt am 9. und 10. Juni das vielfach ausgezeichnete Theater-Kollektiv Rimini Protokoll zur bühnenreifen Vermessung der Kärntner Landeshauptstadt.

Dabei treten weder Berufs- noch Laienschauspieler auf, sondern Theater-Laien, die sich selbst darstellen. In bewährter Manier inszeniert das deutsch-schweizerische Autoren-Regie-Team “100% Klagenfurt”: Dabei werden nach statistischen Kriterien ausgewählte 100 Einwohner Klagenfurts auf der großen Bühne des Stadttheaters zu immer neuen geometrischen Figuren zusammengestellt und bilden so die Stadtgesellschaft ab. Alter oder Wohnsitz, Geschlecht, politische Gesinnung, Verkehrsmittel, Haushaltsgröße, Nationalität und Ähnliches sind die Kriterien, nach denen stichprobenartig ein Querschnitt der Bevölkerung erstellt wird. Was hinter den Zahlen der Statistik verborgen ist, erhält ein Gesicht. Das Porträt der Stadt entsteht durch sich ständig verändernde Gruppenbilder.

“100%”-Produktionen gastierten unter anderem bereits in Millionenstädten wie Berlin, Paris, Sao Paolo und Tokyo. Auch bei den Wiener Festwochen (2008) feierte diese postdramatische Performance Erfolge – nun ist die kürzlich zur “Großstadt” (mit 100.000 Einwohnern) gereifte Kärntner Landeshauptstadt an der Reihe. Hier zieht Regisseur Daniel Wetzel, neben Helgard Haug und Stefan Kaegi Mastermind des Rimini Protokolls, die Fäden.

“Wir öffnen damit das Haus für die ganze Stadt”, freut sich Stadttheater-Dramaturgin Philine Kleeberg über die Zusammenarbeit mit den innovativen Theatermachern, deren Markenzeichen Gegenentwürfe zum herkömmlichen Bühnengeschehen sind. Die musikalische Begleitung übernimmt die heimische Erfolgsband “Matakustix” mit ihrer “alternativen Volksmusik”.

Ein umfangreiches Programmbuch bildet diese lebendige Bevölkerungs-Statistik ab, indem die Akteure, laut Rimini-Protokoll die “Experten des Alltags”, porträtiert werden. Wer mitmachen, sich aber nicht ins Scheinwerferlicht stellen will, kann als Pate dabei sein. Für eine Patenschaft (190 Euro) erhält man nicht nur das Programmbuch mit der Nennung des eigenen Namens, sondern auch zwei Eintrittskarten für die Premiere samt VIP-Empfang und Premierenfeier.

Von: apa